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Piplicas Wandel vom Liebling zum Buhmann

20. Okt 2007 12:24
Tomislav Piplica
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Die Fans von Energie Cottbus haben bereits nach dem 10. Bundesliga-Spieltag kaum noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Einen Schuldigen für die sportliche Misere hat man in der Lausitz bereits ausgemacht.

Den Buhmann und Hauptverantwortlichen für den weiter ungebremsten Absturz hatten die Fans von Schlusslicht Energie Cottbus noch während des Trauerspiels gegen den MSV Duisburg ausgemacht. «Piplica raus», musste sich der einstige Torwart-Liebling der Lausitz anhören - dazu skandierte eine große Anhänger-Gruppe gleich noch den Namen seines internen Konkurrenten: «Gerhard Tremmel». Lange nach dem Abpfiff stellte sich Piplica einigen der lautesten Rufer zum Rededuell - doch die Wut der Energie-Fans blieb.

Halbes Jahr ohne Sieg

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Nach dem 1:2 in einem unterirdischen Kellerduell geht die Hoffnung auf ein erneutes Cottbuser Wunder bei den Anhängern schon nach dem 10. Bundesliga-Spieltag gegen Null. Auch der neue Trainer Bojan Prasnikar, der bisher auf den 38-jährige Piplica gesetzt hatte, blieb im dritten Spiel sieglos. Insgesamt wartet Energie nun schon seit einem halben Jahr auf einen «Dreier». Prasnikar gestand: «Jetzt haben wir eine noch schwierigere Situation als vorher.»

Die mit einer Notelf angetretenen Duisburger freuten sich dagegen nach fünf Pleiten über den ersten Sieg, den der Aufsteiger vor allem den Freistoß-Künsten von Björn Schlicke (7.) und Ivica Grlic (74.) sowie einer desolaten Cottbuser Abwehrmauer verdankt. Der Abfall nach der Pause und der Ausgleich von Energie-Kapitän Timo Rost (66.) blieben vor 14.853 Zuschauern für die Gäste ohne Folgen. «Das war wichtig, dass wir den Sieg einmal erzwungen haben», betonte MSV-Boss Walter Hellmich, der den Vertrag mit Cheftrainer Rudi Bommer «per Handschlag» gerade bis 2010 verlängert hat.

«Wir wissen, was wir voneinander haben. Und bei Niederlagen gehen wir zusammen auch durch Niederungen», erklärte Hellmich. Das gelte im Notfall auch für die 2. Liga. Doch erst einmal schöpfen die «Zebras», die neben den Langzeitverletzten gleich sechs Ausfälle kompensierten, neue Hoffnung. «Wenn man sieht, mit welcher Mannschaft wir hier angetreten sind, dann ist das sensationell», sagte Kapitän Grlic, der nun für die Partie am kommenden Sonntag gegen den Hamburger SV ein «Nachlegen» fordert. Der Siegtorschütze selbst aber kann dabei nach seiner fünften Gelben Karte in Cottbus nicht mitwirken.

«Alles andere muss der Trainer entscheiden»

Ob Piplica, der vor dem 0:1 seine Mauer katastrophal gestellt und selbst spät reagiert hatte, am Samstag in Bielfeld auch sein 118. Bundesliga-Spiel erlebt, ist fraglicher denn je. «Pipi hat große Verdienste für den Verein - alles andere muss der Trainer entscheiden», bemerkte Energie-Manager Steffen Heidrich. «Wenn man bei drei Schüssen zwei Tore kassiert, wird immer darüber gesprochen. Wir werden es gut analysieren und die beste Möglichkeit für das nächste Spiel suchen», sagte der Slowene Prasnikar zur Torhüterfrage.

Die größte Unterstützung erhielt Piplica ausgerechnet von seinem MSV-Kollegen Tom Starke. «Die Cottbuser Fans sind ungerecht: Wer Piplica die Schuld an den zwei Toren gibt, hat keine Ahnung vom Fußball», sagte der Duisburger. Auf jeden Fall sind die Gründe für die anhaltende Talfahrt vielschichtiger: Das Team ist auch nach der Beurlaubung von Coach Petrik Sander total verunsichert, von den langen taktischen Schulungen unter Prasnikar war nichts zu erkennen. «Wir müssen die Fehler minimieren und die Kiste treffen», sagte Manager Heidrich, der im Winter personell nachrüsten will. Dann aber kann es für Energie schon zu spät sein. (Jens Mende, dpa)

 
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