netzeitung.deBechmann will keine Gekas-Kopie sein

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Tommy Bechmann weiß selbst nicht, wie ihm geschieht. Seit vier Jahren ist der Däne beim VfL Bochum. Doch erst jetzt passt alles, verriet er Netzeitung.de vor dem Spiel gegen den HSV.

Dem VfL Bochum ist ein kleines Kunststück gelungen, scheint es. Nachdem Torschützenkönig Theofanis Gekas in der Sommerpause an Bundesliga-Konkurrent Bayer Leverkusen verkauft wurde, hat der Däne Tommy Bechmann nahtlos an dessen Torgewalt angeknüpft. Drei Treffer in bislang zwei Spielen, das kann sich sehen lassen. Vor dem Heimspiel der Bochumer gegen den Hamburger SV am Freitag (20.30 Uhr/Premiere) hat Bechmann Netzeitung.de erzählt, warum es so gut für ihn läuft.

Netzeitung: Herr Bechmann, Sie spielen im vierten Jahr beim VfL Bochum. Sind mit dem Verein in die zweite Liga gegangen, haben eine schwere Verletzung erlebt – und scheinen jetzt erst richtig angekommen zu sein. Warum wird in diesem Jahr alles besser laufen?

Tommy Bechmann: Ich habe endlich eine komplette Vorbereitung mitmachen können und fühle mich gut. Natürlich weiß ich, dass es im Fußball immer Rückschläge geben kann und wohl auch wird, aber momentan versuche ich jeden Augenblick mitzunehmen, hart zu arbeiten und mit der Mannschaft erfolgreich zu sein.

Netzeitung: Nach ihren Treffern gegen Werder und Cottbus sind Sie von Fans und Medien zum Nachfolger von Theofanis Gekas auserkoren worden. Die „WAZ“ titelte sogar: Ein blonder Gekas. Macht Ihnen der Vergleich Sorgen?

Bechmann: Dass die Medien so denken ist ja ganz normal, aber Fanis und ich sind völlig unterschiedliche Spielertypen. Sorgen mache ich mir darüber nicht, ich will einfach nur so gut wie möglich spielen und mit dem VfL erfolgreich sein.

Netzeitung: Sie führen die Torjägerliste nach drei Spieltagen der Fußball-Bundesliga an – vor Miroslav Klose, vor Luca Toni. Ist die Liste ein Muster ohne Wert?

Bechmann: Das sagt zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts aus, aber die drei Tore kann mir auch keiner mehr nehmen. Ich muss weiter hart arbeiten und meine Leistung bestätigen, dann kommen sicher noch ein paar Tore hinzu. Wenn nicht und wir trotzdem die Spiele gewinnen ist es aber auch gut.

Netzeitung: Der VfL hat Stanislav Sestak und Marcin Mieciel als neue Torjäger verpflichtet. Gibt Ihnen die neue Konkurrenz Auftrieb?

Bechmann: Wir sind jetzt viel flexibler und nicht so leicht auszurechnen. Ich mag die Art und Weise, wie unser Trainer Fußball spielen lassen will und freue mich, wenn gute Spieler zum VfL kommen. Mit Joel Epalle klappt es zum Beispiel ganz prima und auch Marcin oder Sesti sind ausgezeichnete Mitspieler.

Netzeitung: Der VfL Bochum hat den Cottbusern die Heimpremiere vermasselt. Nun spielen Sie zu Hause gegen den HSV. Den Hamburgern scheint das Hickhack um Rafael van der Vaart nicht auf den Magen geschlagen zu sein. Wie stellt Marcel Koller die Mannschaft auf das Spiel ein?

Bechmann: Der Trainer wird wie immer eine genaue Vorstellung davon haben, wie wir erfolgreich auftreten können. Wenn wir diese Idee auf den Platz bringen, können wir auch erfolgreich sein. Wir müssen kompakt auftreten, konzentriert sein und eiskalt unsere Chancen nutzen. Ich freue mich auf das Spiel, denn das Stadion wird sicher voll sein.

Netzeitung: Der VfL beendete die vergangene Saison als Tabellenachter. Vor dem Spiel gegen den HSV stehen Sie auf dem fünften Rang. Hat Bochum den internationalen Fußball fest im Visier?

Bechmann: Unser Ziel ist der Klassenerhalt und so schnell wie möglich 45 Punkte. Wir denken nur von Spiel zu Spiel und werden jetzt sicher nicht größenwahnsinnig.

Netzeitung: Sie selbst hatten vor dem Cottbus-Spiel nicht einmal damit gerechnet, in der Anfangsformation zu stehen. Fordern Sie ab jetzt einen Stammplatz ein?

Bechmann: Ich fordere gar nichts. Wenn ich gut trainiere, dann spiele ich auch. So hat es der Trainer immer gehalten. Nur durch Leistung kommt man voran.

Netzeitung: Wir befinden uns zehn Monate vor der Fußball-Europameisterschaft. Wann sehen wir Sie im dänischen Nationaltrikot?

Bechmann: Vor meiner Verletzung war ich kurz davor und hatte schon eine Einladung von Morten Olsen. Jetzt muss ich erst einmal wieder regelmäßig spielen, dann kommt der Rest von ganz alleine.

Tommy Bechmann beantwortete die Fragen von Dorothea Jantschke.