Auch die charakteristische Narbe auf seiner rechten Gesichtshälfte erinnert Ribéry an härtere Zeiten. «Als ich jung war, war das wirklich schwierig», gestand Ribéry. Doch die Wundmale, die von einem Autounfall in frühster Kindheit rühren, hätten ihn motiviert und stark gemacht. Kraft gäben ihm auch Ehefrau Wahiba und seine Tochter, die seit Sonntag in München sind, und der Glaube. Während Ribéry auf dem Platz förmlich explodiert, sind vor den Spielen die Bilder markant, die den gläubigen Moslem beim Beten zeigen.Den Inhalt der Gebete gibt «Bilal», so sein moslemischer Name, nicht Preis, dafür sind seine Scherze Gesprächsstoff. Getränke der Mannschaftskameraden wurden schon mal mit einer Prise Salz versehen, Zahnpasta an die Türklinken geschmiert oder den Mitspielern die Schuhe versteckt. In dieser Woche musste Daniel van Buyten, der angesichts der Sprachprobleme oft als Dolmetscher für Ribéry fungiert, dran glauben. Als der Abwehrriese unter der Dusche war, griff Ribéry zur Schere und entfernte von den Socken des Belgiers das Zehenteil. Ohne Furcht vor dem Sohn eines Berufscatchers. «Er mag zwar stärker sein, aber ich bin schneller», witzelte der Franzose, der Manager Uli Hoeneß mit seinen Lausbuben-Einlagen nur aus einem Grund verschonte. «Da fehlte bis jetzt die Zeit.» (Christian Kunz, dpa)