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Bei Ribéry muss jeder mal dran glauben

31. Jul 2007 13:13
Mittendrin beim FC Bayern: Franck Ribéry
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Mit seinem explosiven Fußballspiel hat Franck Ribéry nicht nur seine neuen Kollegen beim FC Bayern beeindruckt. Doch auch seine Scherze sind bei den Münchnern bereits gefürchtet.

396 Minuten, 8 Tore und jede Menge Spaß: Nach fünf Einsätzen im Trikot des FC Bayern München ist Franck Ribéry aus dem Team des «neuen» deutschen Fußball-Rekordmeisters nicht mehr wegzudenken. Auf dem Platz kurbelt der wieselflinke Franzose das Spiel an, in der Kabine sorgt er mit Streichen für Stimmung - und die in der Vorsaison vermisste Sieger-Mentalität der Bayern hat er auch schon verinnerlicht. «Wir haben alle Spieler, die wir brauchen, um Erster zu werden. Und wenn wir das nicht schaffen, müssen wir uns an die eigene Nase fassen», sagte der 24 Jahre alte Franzose, der für die in knapp zwei Wochen beginnende Bundesliga-Saison einen wahren Offensivzauber verspricht. «Wir können viele Eins-gegen-Eins- Situationen und viele Dribblings erwarten und sicherlich einige Tore.»

«Fast außerirdische Qualitäten»

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Im Eiltempo integrierte sich der 25 Millionen Euro teure WM- Teilnehmer trotz Sprachproblemen in den vergangenen vier Wochen in das Star-Ensemble des FC Bayern und eroberte die Herzen der Fans dabei im Sturm. Schon nach wenigen Tagen entpuppte sich Ribéry als «verrückter Vogel» (Miroslav Klose) und verzückte Mitspieler mit «fast außerirdischen Qualitäten» (Mark van Bommel). «Ich fühle mich einfach gut aufgenommen. Und Euphorie bei den Fans und Medien ist für mich ein guter Motor», sagte der 24-Jährige, dessen schwierige Karriere einen ersten Höhepunkt erreicht hat. «Ich bin Schritt für Schritt meinen Weg gegangen. Und jeder Schritt hat mich ein bisschen höher geführt. Der FC Bayern ist einer der größten Klubs der Welt», betonte Ribéry.

Mit 18 Jahren verließ der junge Franck mit wenig Geld in der Tasche Boulogne-sur-Mer im Norden Frankreichs und zog ins rund 1000 Kilometer entfernte Alès, wo er allerdings seine Finanzsorgen nicht los wurde. Der Verein ging pleite und Ribéry musste - zurück bei seiner Familie - zeitweise als Straßenarbeiter seine Brötchen verdienen. Entsprechend weiß er Luxus und Millionen-Gehalt von heute einzuordnen und will ein «einfacher Mensch» bleiben.

Scherze und Gebete

Auch die charakteristische Narbe auf seiner rechten Gesichtshälfte erinnert Ribéry an härtere Zeiten. «Als ich jung war, war das wirklich schwierig», gestand Ribéry. Doch die Wundmale, die von einem Autounfall in frühster Kindheit rühren, hätten ihn motiviert und stark gemacht. Kraft gäben ihm auch Ehefrau Wahiba und seine Tochter, die seit Sonntag in München sind, und der Glaube. Während Ribéry auf dem Platz förmlich explodiert, sind vor den Spielen die Bilder markant, die den gläubigen Moslem beim Beten zeigen.

Den Inhalt der Gebete gibt «Bilal», so sein moslemischer Name, nicht Preis, dafür sind seine Scherze Gesprächsstoff. Getränke der Mannschaftskameraden wurden schon mal mit einer Prise Salz versehen, Zahnpasta an die Türklinken geschmiert oder den Mitspielern die Schuhe versteckt. In dieser Woche musste Daniel van Buyten, der angesichts der Sprachprobleme oft als Dolmetscher für Ribéry fungiert, dran glauben. Als der Abwehrriese unter der Dusche war, griff Ribéry zur Schere und entfernte von den Socken des Belgiers das Zehenteil. Ohne Furcht vor dem Sohn eines Berufscatchers. «Er mag zwar stärker sein, aber ich bin schneller», witzelte der Franzose, der Manager Uli Hoeneß mit seinen Lausbuben-Einlagen nur aus einem Grund verschonte. «Da fehlte bis jetzt die Zeit.» (Christian Kunz, dpa)

 
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