13.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Dieter Hoeneß (l.) mit Trainer Lucien Favre
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Hertha-Manager Dieter Hoeneß hat sich erfreut über die hohe Ablösesumme für Mittelfeldspieler Kevin Boateng gezeigt. Allerdings dementiert er die Höhe des englischen Gebots.
Hertha-Manager Dieter Hoeneß hat die Höhe der Ablösesumme für Kevin Boateng dementiert. «Ich kann diese Zahlen nicht bestätigen, aber es ist schon ein sehr gutes Angebot», erklärte Hoeneß nach Eintreffen im österreichischen Trainingslager Stegersbach am späten Donnerstagabend. Tagelang kursierten durch Berliner Medien jene 7,4 Millionen Euro, die der englische Premier- League-Fünfte Tottenham Hotspur für den 20-jährigen Mittelfeldspieler geboten haben soll.
«Ein Traum für jeden Profi»Unbestrittene Tatsache ist aber, dass das Angebot der Briten weit über dem des FC Sevilla liegen muss, der knapp fünf Millionen Euro gebotenen hatte. «Sevillas Angebot ist der Qualität von Kevin nicht gerecht geworden», meinte Hoeneß. Boateng selbst, der ursprünglich mehr zu Sevilla tendierte, ist nun umgeschwenkt und ganz begeistert von einem Wechsel auf die Insel. «Die Liga ist ein Traum für jeden Profi», erklärte er im Trainingslager. Kein Wunder, denn nach Informationen der «Bild»-Zeitung sollen die «Spurs» Boateng, der bei Hertha noch einen Vertrag bis 2009 hatte, mit einem Jahres-Gehalt von 1,5 Millionen Euro locken. Als Hindernis für Boateng könnte sich nun allein der Medizincheck erweisen, denn der extrovertierte Regisseur gilt als verletzungsanfällig und klagt oft über Kniebeschwerden.
Verhandlungen in der SackgasseOffen ist auch der geplante Transfer seines wechselwilligen Bruders Jerome Boateng zum Hamburger SV. «Wenn er bis zum 31. August noch bei uns ist und keinen neuen Vertrag unterschreibt, gibt es auch die Überlegung, dass er unsere U23-Mannschaft verstärkt. Die braucht auch gute Leute», meinte Hoeneß ironisch. Offensichtlich stecken die Verhandlungen zwischen den Berlinern, die rund zwei Millionen Ablöse fordern, und dem HSV, der eine Million zahlen würde, in der Sackgasse.
Eine weitere «Baustelle» ist für Hoeneß die Personalie Dick van Burik. Der Verteidiger, der von Hertha BSC trotz laufenden Vertrages bis 2008 suspendiert worden war, hatte das Ablöseangebot der Berliner nicht akzeptiert. Der Niederländer, der neun Jahre für Hertha in der Bundesliga aktiv war, meldete sich am Freitag krank. Ins Trainingslager durfte er ohnehin nicht mitreisen. «Wir sind weiter in Gesprächen und suchen nach einvernehmlichen Lösungen», bestätigte Hoeneß.
Schorch vor AbschiedAbgeben wird Hertha BSC wohl auch den 18-jährigen Christopher Schorch, der seinen Vertrag mit dem Klub einseitig kündigte und bereits das Hertha-Internat verlassen hat. «Es gibt ein Angebot, ich schließe nicht aus, dass er uns verlassen wird», meinte Hoeneß. Nach Information der «BZ» soll ein spanischer Verein sogar eine Million Euro für den Youngster geboten haben, der für Hertha erst zwei Mal in der Bundesliga zum Einsatz kam.
Während der Brasilianer Lucio am Montag in Berlin zum Medizincheck erwartet wird und mit einer Verpflichtung rechnen kann, haben seine Landsleute Mineiro und Gilberto nach dem Final-Einzug der Nationalmannschaft bei der Copa America eine Urlaubsverlängerung erhalten. Sie müssen nunmehr erst am 25. Juli wieder zum Training bei Hertha BSC erscheinen. (dpa)