22.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Auf Chelseas Sektionsseite bei youtube.com gibt es Kuriositäten.
Foto: screenshot youtube
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Fan-Schals sind von gestern, die Fußball-Branche ist auf den Internet-Zug aufgesprungen. Die Bundesliga gibt sich aber längst noch nicht so innovativ wie der FC Chelsea, weiß Leon Knigge .
Eine Homepage gehört schon längst zum Standart- Repertoire der PR- und Merchandising-Abteilungen der Fußball-Klubs. Der FC Chelsea geht jetzt noch einen Schritt weiter: Der englische Premier-League- Klub unterhält eine eigene Unterseite auf Youtube (http://www.youtube.com/chelseafc) und ist damit womöglich Vorreiter für die gesamte Branche.
Video aus dem SpielertunnelDer Verein stellt dort nicht nur eigene News und Archivmaterial zur Verfügung, er bietet seinen Anhängern auch die Möglichkeit, sich unter dem Banner seines Lieblingsklubs selbst im Netz zu präsentieren. Bislang wird das Angebot allerdings nur zögerlich genutzt. Highlight ist ein Videobeitrag aus dem Spielertunnel kurz vor dem Spiel gegen Liverpool: Ein Einlaufkind im Chelsea-Trikot reicht Liverpools Kapitän Steven Gerrard die Hand, doch als der englische Auswahlkapitän ebenfalls die Hand ausstreckt, zeigt sich der kleine Chelsea-Fan ausgesprochen ungezogen.
Auch die Bundesliga ist schon längst im Internet-Zeitalter angekommen. Ein Angebot auf Englisch gehört fast schon zum Standard-Programm, eine eigenen Video-Sektion ist ebenfalls nichts Besonderes mehr, doch die Premier League ist der deutschen Liga noch einen Schritt voraus. So hat der FC Chelsea einen eigenen «channel», einer Art TV-Magazin auf Video. Eine Moderatorin präsentiert hier aus einem Studio News rund um den Klub und um das Team. In der Bundesliga kann damit derzeit nur Schalke 04 mithalten. Der Klub bietet über einen Fremdanbieter via Internet ein eigenes Programm an.
Die Idee mit dem vereinseigenen Bildschirm-Magazin ist nicht neu. Vorreiter war Chelseas Liga-Rivale Manchester United. Der Klub ging bereits 1998 als erster Klub mit einem eigenen TV-Kanal auf Sendung im Bezahl-TV, versteht sich.
«Ganz anderer Level»«Chelsea und ManU haben da sicher noch ganz andere Möglichkeiten», sagt Enrico Bach, Mitgestalter von Werder Bremens Internetauftritt www.werder.de: «Die agieren auf einem ganz anderen Level.» Bei den Hanseaten begnügt man sich im Bereich Video derzeit damit, «Stimmen und Stimmungen» (Bach) rund um den Verein einzufangen. Ein Ausbau ist allerdings geplant.
Beim deutschen Rekordmeister ist man da schon etwas weiter. Der FC Bayern hat seinen Video-Bereich von der Homepage losgekoppelt (http://www.fcbayern.t-com.de/): Der User muss sich bereits auf der Startseite entscheiden, ob er zum Internetauftritt möchte oder zu den Videos.
Eine ähnlichen Weg wie der FC Chelsea geht der Hamburger SV: Der Traditionsklub von der Alster bietet ebenfalls in Kooperation mit einem Fremdanbieter eine Plattform an, auf der die Anhänger ihre eigene Fan-Page im HSV-Look herstellen können (http://jimdo.com/de/hsv.php). Dafür stehen jedem User 100 Megabyte Speicherplatz zur Verfügung.
Fußball-Site nur für FrauenIn Berlin versucht man das weibliche Publikum mit einer gesonderten Seite anzusprechen: Unter www.herthafreundin.de erklärt beispielsweise jede Woche eine andere Prominente eine «knifflige Fußballregel». Den Anfang machte TV-Moderatorin Vera Int-Veen mit na klar der Abseitsregel. Die Hauptseite der Berliner hat bereits kräftig Preise eingeheimst. 2005 und 2006 wurde www.herthabsc.de bei einer Internetabstimmung zur beliebtesten Sportsite gewählt. Vor der Saison befand zudem die Uni Elmshorn, dass der Internetauftritt der Berliner der Beste in der Bundesliga sei.
Ernsthafte Konkurrenz zu den Fernsehsendungen können die Internet-Beiträge der Klubs noch nicht sein; Wohl auch nicht ganz ungewollt, schließlich hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) lukrative TV-Verträge abgeschlossen. Die Internetrechte liegen derzeit bei der Telekom allerdings nur für die Bundesliga-Spiele selbst.
Für eine Vor- und Nachberichterstattung sowie Beiträge rund um den Verein ist bei den Klubs also durchaus noch Platz.