01.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Paul Breitner
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Für den in der Bundesliga unerwartet schwächelnden FC Bayern stehe die «Woche der Wahrheit» bevor, verkündet Trainer Hitzfeld. Derweil wird bekannt, dass auch Paul Breitner fortan im Klub ein bisschen was zu sagen hat.
Vier Wochen nach seiner überraschenden Rückkehr in die Bundsliga steht Ottmar Hitzfeld mit dem FC Bayern München vor der «Woche der Wahrheit», wie er es selbst am Donnerstag formuliert hat. Die Spiele gegen Hertha BSC, Real Madrid und Werder Bremen könnten bereits darüber entscheiden, ob die von dem Trainer selbst auf vier Monate limitierte Rettungsmission in sportlichem Erfolg kulminieren könnte.
Woche der WahrheitHitzfeld fieberte der Weichenstellung in Champions League und Bundesliga, in der manche dem Vorjahres-Champion sogar noch einmal eine Rückkehr ins Titelrennen zutrauen, schon am Donnerstag entgegen. «Ich freue mich auf drei Top-Spiele. In diesen acht Tagen kann man einen Riesenschritt machen. Ich habe der Mannschaft gesagt: 'Wir haben die große Chance, die Erfolgsspur einzuschlagen und einiges gut zu machen'.»
Neben einem Weiterkommen gegen Real in der Champions League hoffen die Bayern insgeheim auch wieder auf die Meisterschaft. Öffentlich als Schalke-Jäger «outen» mochte sich Hitzfeld allerdings nicht: «Ob Schalke strauchelt oder angeschlagen ist, weiß ich nicht. Aber es ist schon möglich. Unser Ziel ist primär, mit ganzer Kraft die Champions-League-Qualifikation zu erreichen.» Torjäger Roy Makaay ergänzte angesichts von neun Punkten Rückstand auf Schalke: «Im Moment reden wir nicht über Platz eins.» Im Blickpunkt der Münchner sind der fünf Punkte entfernte Tabellenzweite VfB Stuttgart und die nur drei Zähler besseren Bremer auf Rang drei, die zum Abschluss der kommenden Woche beim derzeitigen Tabellenvierten gastieren. «Auf die Zwei wollen wir den Druck erhöhen», sagte Makaay.
FC Bayern erwartet wütende HerthaZunächst jedoch steht die Pflichtaufgabe am Samstag in Berlin gegen den Tabellensechsten Hertha BSC an, der gegen die Bayern den Pokalfrust nach dem Ausscheiden im Viertelfinale überwinden will. «Die können gegen uns viel gut machen», fürchtet Makaay. Hitzfeld hat die Partie zur internen Ausscheidung für das Achtelfinal-Rückspiel gegen Madrid erklärt: «Wer gegen Berlin gut spielt, kann sich für Real qualifizieren.»
Unangekündigt tauchte Uli Hoeneß am Donnerstag im Presse-Stüberl auf dem Vereinsgelände auf. Der Manager war verärgert, nachdem eine Münchner Zeitung die Gesamtinvestition in Neuzugang José Ernesto Sosa vom argentinischen Meister Estudiantes de la Plata auf 33 Millionen Euro für Ablösesumme und Gehalt bis 2011 hochgerechnet hatte. «33 Millionen für einen 21-Jährigen? Wir sind doch nicht geisteskrank», erklärte Hoeneß kopfschüttelnd. Die wirklichen Zahlen verriet er allerdings nicht. Die Ablöse wird auf 4,6 Millionen Euro taxiert, es kursieren aber auch Zahlen bis zu zehn Millionen. Verdienen soll der Mittelfeldspieler insgesamt fünf Millionen Euro in vier Jahren.
Breitners Meinung fortan gefragtDerweil wurde auch bekannt, dass der ehemalige Fußball-Weltmeister Paul Breitner dem deutschen Rekordmeister künftig mit Ratschlägen zur Seite stehen wird. Der frühere Bayern-Profi «berät uns ab und zu», sagte Hoeneß dem «kicker». Sein Mitstreiter aus der Weltmeister-Mannschaft von 1974 werde «von Fall zu Fall gebeten», eine Meinung über Spieler abzugeben, so Hoeneß über den externen Berater.
Breitner bestritt für Bayern München 285 Bundesligaspiele und erzielte dabei 93 Tore. Der Europapokal-Sieger von 1974 hatte vor einer guten Woche an der Champions-League-Auswärtsreise der Bayern nach Madrid teilgenommen. (nz/dpa)