netzeitung.deBayern-Stürmer nutzen Podolski-Schwäche nicht

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Claudio Pizarro (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Claudio Pizarro
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Gegen Real Madrid rief der bei Bayern-Trainer Hitzfeld gesetzte Lukas Podolski einmal mehr sein großes Potential nicht ab. Doch die Bayern-Stürmer aus der zweiten Reihe murren, anstatt sich für die erste Elf anzubieten.

Gewohnt ehrlich gab Lukas Podolski nach dem Abpfiff in Madrid (2:3) eine Einschätzung über seinen eigenen Auftritt im Stadion Bernabeu: «Ich bin nicht ins Spiel gekommen, ich kann sicher besser spielen», teilte er dem «kicker» mit.

Solch ein wenig schmeichelhaftes Fazit muss der Youngster bereits seit Monaten nach seinen zumeist blassen Auftritten im Bayern-Dress ziehen, doch seine Konkurrenten um den zweiten Platz im Sturm neben dem gesetzten Roy Makaay drängen derzeit alles andere als in die Startformation.

Pizarro nicht beständig genug
So kommt auch Claudio Pizarro, der sich mit horrenden Gehaltsforderungen den Unmut der Bayern-Verantwortlichen zugezogen hatte, am schwächelnden Podolski nicht vorbei. Inzwischen führt der Peruaner wieder sportliche Gründe für einen möglichen Weggang aus München an. «Es ist vieles anders geworden. Unter dem neuen Trainer spiele ich nicht mehr», hat er festgestellt. Tatsächlich ließ Hitzfeld den Peruaner nach Amtsantritt nur die ersten drei Spiele auflaufen.

Das Problem mit dem 28 Jahre alten Angreifer ist nach Ansicht der Bayern-Führung seit jeher das Gleiche: «Er hat gut gespielt», sagte Manager Uli Hoeneß zur Leistung Pizarros nach dessen Einwechslung im Champions-League-Spiel. «Aber er macht das zu unregelmäßig.»

Mit Pizarros Berater will sich Hoeneß in den nächsten Tagen erneut zusammensetzen, um über eine Verlängerung des Vertrages zu sprechen, der am 30. Juni 2007 ausläuft. Ob das Angebot der Bayern auf europäischem Top-Niveau liegen wird, wie es Pizarro gerne hätte, darf bezweifelt werden. «Wer wie Schewtschenko verdienen will, soll auch wie Schewtschenko spielen», hatte sich Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge bei der letzten Verhandlungsrunde über die Gehaltsvorstellungen von Pizarro geärgert. Der ebenfalls kriselnde Chelsea-Stürmer sicherte seinem Team am Mittwoch mit einem Tor gegen Porto immerhin ein Unentschieden im Achtelfinal-Hinspiel.

Wenig Vertrauen zu Santa Cruz
Auch Bayern-Stürmer Nummer vier gibt derzeit keine schlagkräftige Bewerbung für einen Platz in der Startelf ab. Roque Santa Cruz findet es in seiner achten Spielzeit bei den Münchnern «schön, dabei zu sein. Aber wenn ich nicht spielen kann, bringt es mir nichts». Gegen Aachen hatte Hitzfeld den 25 Jahre alten Kapitän der Nationalelf Paraguays noch eine Halbzeit lang mitmischen lassen, gegen Madrid vertraute der Trainer in den 90 Minuten lieber den drei Konkurrenten.

«Meine schwierige Situation hat sich nicht verändert», sagte Santa Cruz nach dem Spiel bei Real und bekundete seine Wechselabsichten: «Für meinen Rhythmus und mehr Sicherheit brauche ich Spiele. Ich muss zu einer Mannschaft, bei der ich spiele, spiele, spiele.» Im Gegensatz zu Pizarro hat Santa Cruz noch einen langfristigen Vertrag beim Rekordmeister. Der Kontrakt läuft noch bis 2009. Sollte sich in den nächsten Wochen nichts ändern, will der Stürmer mit Hoeneß über einen Wechsel sprechen.

Nach den Abwehr-Problemen der Münchner in Madrid sieht Hitzfeld im Angriff keinen zwingenden Handlungsbedarf. Er glaubt weiter an ein erfolgreiches Sturm-Duo Makaay/ Podolski: «Ich gebe die Hoffnung nicht auf», sagte der Trainer.

Nach diesem Wochenende weiß Hitzfeld womöglich mehr. Der VfL Wolfsburg bringt am Samstag eine der stärksten Abwehrreihen der Bundesliga mit zum Spiel nach München. (nz)