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Hitzfeld gratuliert Schalke zum Titel

12. Feb 2007 11:40
Ottmar Hitzfeld
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Dass die Stuttgarter und Bremer weiter «in Reichweite» seien, freute Ottmar Hitzfeld nach dem mühsamen Erfolg gegen Bielefeld ganz besonders. Den Titel hält der Coach des FC Bayern aber «praktisch« für vergeben.

Von Klaus Bergmann

Bilderschau:
Der schmucklose Arbeitssieg gegen harmlose Bielefelder reichte für ein kollektives Aufatmen beim FC Bayern München - für große Töne aber war das 1:0 noch zu wenig. «Wir versuchen jetzt, eine Serie zu starten. Aber wenn man elf Punkte hinter dem Tabellenersten zurückliegt, wäre es lächerlich, über den Titel zu reden», sagte Torjäger Roy Makaay, der mit seinem elften Saisontreffer wenigstens den ersten Sieg unter Ottmar Hitzfeld sicherte. Auch der Coach wagte nach dem ersten Schritt aus der Krise nur eine Kampfansage in Richtung Champions-League-Plätze. «Wir haben drei Punkte auf Bremen gut gemacht. Stuttgart und Werder sind in Reichweite», frohlockte Hitzfeld. Und die Meisterschaft? «Schalke kann man praktisch zum Titel gratulieren», antwortete der 58-Jährige.

Defensive verbessert

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  • Immerhin hatte Hitzfelds wichtigste Sofortmaßnahme gegriffen. Die Münchner Abwehr strahlte wieder etwas mehr Sicherheit aus. «Erfolg basiert auf einer guten Defensive. Das ist ein Baustein, auf dem wir aufbauen können», betonte Hitzfeld. Nachsicht übte der Coach mit der Offensive, die weiterhin schwächelt und nach Ansicht ihres Trainers unter dem zu Unrecht aberkannten zweiten Treffer nach einer feinen Kombination über Ali Karimi, Lukas Podolski und Mark van Bommel litt. «Das 2:0 hätte den Knoten zum Platzen gebracht», behauptete Hitzfeld.

    Geduld ist gefragt beim FC Bayern, auch wenn eine Woche vor dem Champions-League-Klassiker bei Real Madrid dafür die Zeit fehlt. «Wenn man die ersten drei Spiele nicht gewinnt, kann man nicht erwarten, dass wir die Bielefelder 4:0 oder 5:0 wegschießen», meinte Lukas Podolski. Der Nationalstürmer war neben dem klar verbesserten Abwehrchef Lucio ein weiterer Gewinner des Abends. Ein Tor blieb dem 21-Jährigen zwar versagt, aber der Trainerwechsel hat sich für den Dauerreservisten unter Felix Magath schon jetzt ausgezahlt. «Es war mal etwas Neues, von Anfang an zu spielen», bemerkte Podolski, der sich noch einen weiteren Seitenhieb auf den Ex-Coach leistete: «Wir arbeiten im Training gut, auch taktische Sachen. Das bringt uns junge Spieler weiter.»

    Podolskis gute Aussicht

    Vier Torschüsse und vier Torschussvorlagen wies die Statistik für Podolski aus. Teilweise harmonierte er ansehnlich mit Makaay. «Sie haben zum ersten Mal zusammen gespielt. Da kann man keine Wunderdinge erwarten», kommentierte Hitzfeld, der Podolski auch weiterhin sein Vertrauen schenken will: «Dass er nicht gleich in Topform ist, ist normal. Dafür braucht Lukas noch ein paar Spiele.»

    Neun Spiele ohne Sieg waren in Bielefeld zu viel, um erst zum Saisonende den Stabwechsel vom scheidenden Chefcoach Thomas von Heesen zu dessen Assistenten Frank Geideck zu vollziehen. Nach dem Abpfiff versammelte von Heesen am Sonntagabend seine Mannschaft in der Kabine, um mitzuteilen, was intern schon vorher beschlossen worden war: Der Vertrag des 45-Jährigen mit der Arminia wird aufgelöst, schon am Montag übernahm Geideck. Der 39-Jährige will die Arbeit seines bisherigen Chefs weiterführen. «Manchmal muss man die Verpackung ändern, aber den Inhalt beibehalten», erklärte Geideck.

    Bielefeld mehr und mehr in Nötem

    Von Heesen muss sich jetzt nicht mehr Gedanken über das nächste Heimspiel gegen Bochum machen, sondern er kann in Ruhe seine Zukunft regeln, die bei Borussia Dortmund liegen könnte. In Bielefeld sah er keine Basis mehr, um angesichts der aufgeheizten Stimmung um seine Person bei nur noch drei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz das Saisonziel erreichen zu können. «Es ist der Tag gekommen, wo die Mannschaft wieder ein ruhiges Umfeld braucht», sagte von Heesen: «Ich habe aber keine Bedenken, dass die Mannschaft den Klassenerhalt schafft.» (dpa)

     
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