Schalke siegt im Werder-Stil
05. Feb 2007 12:29
 |  Naldo (l.) mit Lincoln | Foto: dpa |
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Mit einem starken Auftritt hat Schalke 04 bei Werder Bremen die Tabellenführung übernommen. Auch der geschlagene Gegner zeigte sich vom neuen Spitzenreiter beeindruckt.
Von Michael RossmannDas größte Lob für die neue Nummer 1 kam vom gestürzten Tabellenführer. «Schalke hat gezeigt, dass es entgegen der öffentlichen Meinung zu Recht oben steht und jetzt erster Anwärter auf die Meisterschaft ist», kommentierte Werder-Manager Klaus Allofs sichtlich beeindruckt. Der 2:0-Sieg im Topspiel, mit dem die Schalker sich an die Spitze der Fußball-Bundesliga schossen, hat den Bremern imponiert - schließlich gewannen die Gelsenkirchener im Werder-Stil.
Werder-Kopie in blau-weiß
Mit aggressiver Defensivarbeit im Mittelfeld, blitzschnellem Umschalten und überfallartigen Angriffen lieferte Schalke fast eine Kopie das Werder-Erfolgsrezepts der Hinrunde. Die hoch gelobten Bremer konnten nur staunen, wie sie mit den eigenen Mitteln geschlagen wurden. Es hätten auch noch viel mehr Tore als die beiden toll herausgespielten Treffer von Peter Lövenkrands (20./74.) fallen können. «Was sie heute gespielt haben, zeichnet uns normalerweise aus. »Eigentlich ist es unsere Stärke, bei Ballgewinn schnell in die Spitze zu spielen. Sie haben das gut gemacht«, lobte Allofs.Die Schalker genossen den Augenblick. »Es ist ein geiles Gefühl, auf dem ersten Tabellenplatz zu stehen«, schwärmte Torwart Manuel Neuer: »Natürlich träumen wir von der Meisterschaft.« Aber der neue Tabellenführer war bemüht, den zweiten Saisonsieg gegen die Bremer und die Übernahme der Tabellenführung nicht überzubewerten. »Wir haben hier noch nicht die Meisterschaft gewonnen«, warnte Trainer Mirko Slomka. Und: »Die Gefahr lauert in jedem Spiel.«
»Jedes Spiel ein Finale«
Auch die Spieler scheinen dies verinnerlicht zu haben, wie die Aussage des starken Spielmachers Lincoln vermuten lässt: »Jedes Spiel ist jetzt wie ein Finale.« Und fast wortgleich urteilte Mladen Krstajic, der mit Werder bereits 2004 Meister-Erfahrung sammelte: »Auch dieses Spiel war nur ein Sieg, jetzt folgen 14 weitere Partien: Jede ist ein Finale.«Es gehört zu den Kuriositäten der Fußball-Statistik, dass Werders Zahlen deutlich besser aussahen: Mehr Ballbesitz (62 Prozent), mehr gewonnene Zweikämpfe (54 Prozent), mehr gelungene Pässe (84 Prozent). Die Realität auf dem Platz sah ganz anders aus, denn Schalke war in allen Belangen das bessere Team. Tatsächlich war es so, dass die Bremer ihre fünf Ausfälle, vor allem die von Mittelfeldmotor Torsten Frings und von Kapitän Frank Baumann, nicht kompensieren konnten.
Starkes defensives Mittelfeld
Das Kraftzentrum lag dabei - wie sonst bei Werder - im defensiven Mittelfeld. Zlatan Bajramovic und in erster Linie der wieder in Form gekommene Ex-Bremer Fabian Ernst eroberten die Bälle und trieben das Spiel an, so dass der dieses Mal auch defensiv gut mitarbeitende Spielmacher Lincoln glänzen konnte. »Sie haben unser Spiel zerstört, das war das Entscheidende«, erkannte Werder-Keeper Andreas Reinke an.Wie die Schalker wollten auch die Bremer nicht von einer Vorentscheidung sprechen. »Dieses Spiel ist nicht alles«, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf. Und ergänzte trotzig: »So ein Spiel bringt uns nicht durcheinander. Der Titel bleibt weiter unser Ziel.« (dpa)