Schalke siegt im Werder-Stil
Das größte Lob für die neue Nummer 1 kam vom gestürzten Tabellenführer. «Schalke hat gezeigt, dass es entgegen der öffentlichen Meinung zu Recht oben steht und jetzt erster Anwärter auf die Meisterschaft ist», kommentierte Werder-Manager Klaus Allofs sichtlich beeindruckt. Der 2:0-Sieg im Topspiel, mit dem die Schalker sich an die Spitze der Fußball-Bundesliga schossen, hat den Bremern imponiert - schließlich gewannen die Gelsenkirchener im Werder-Stil.
Die Schalker genossen den Augenblick. »Es ist ein geiles Gefühl, auf dem ersten Tabellenplatz zu stehen«, schwärmte Torwart Manuel Neuer: »Natürlich träumen wir von der Meisterschaft.« Aber der neue Tabellenführer war bemüht, den zweiten Saisonsieg gegen die Bremer und die Übernahme der Tabellenführung nicht überzubewerten. »Wir haben hier noch nicht die Meisterschaft gewonnen«, warnte Trainer Mirko Slomka. Und: »Die Gefahr lauert in jedem Spiel.«
Es gehört zu den Kuriositäten der Fußball-Statistik, dass Werders Zahlen deutlich besser aussahen: Mehr Ballbesitz (62 Prozent), mehr gewonnene Zweikämpfe (54 Prozent), mehr gelungene Pässe (84 Prozent). Die Realität auf dem Platz sah ganz anders aus, denn Schalke war in allen Belangen das bessere Team. Tatsächlich war es so, dass die Bremer ihre fünf Ausfälle, vor allem die von Mittelfeldmotor Torsten Frings und von Kapitän Frank Baumann, nicht kompensieren konnten.
Wie die Schalker wollten auch die Bremer nicht von einer Vorentscheidung sprechen. »Dieses Spiel ist nicht alles«, sagte Bremens Trainer Thomas Schaaf. Und ergänzte trotzig: »So ein Spiel bringt uns nicht durcheinander. Der Titel bleibt weiter unser Ziel.« (dpa)

