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Bayern-Bosse schweigen nach Fehlstart

31. Jan 2007 13:12, ergänzt 13:49
Trainer Felix Magath (l.)
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Die Null-Nummer gegen den VfL Bochum hat die Klubführung des FC Bayern sprachlos gemacht. Nur Trainer Felix Magath fand deutliche Worte.

Von Klaus Bergmann

Die Fans pfiffen, die Bosse flüchteten mit einem bedrohlichen Schweigen - und der Trainer kapitulierte im Titelkampf: Nach dem gespenstischen Tiefpunkt gegen den VfL Bochum erklärte ein auch persönlich in Bedrängnis geratener Felix Magath den FC Bayern München zum deutschen Fußball-Meister auf Abruf.

Konzentration auf die Champions League

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«Über den Titel brauchen wir überhaupt nicht mehr zu reden», erklärte der 53-Jährige am Dienstagabend nach einem 0:0, das den Rückrunden-Fehlstart der Münchner perfekt machte und alarmierende Züge trug. Nach dem Absturz auf den vierten Tabellenplatz rief Magath die Rettung der Champions-League- Qualifikation zum neuen Saisonziel aus: «Für uns geht es darum, dass wir vorne dabei bleiben. Wir müssen uns darum kümmern, dass wir um die Plätze zwei und drei dabei sind.»

Am Morgen nach dem Unentschieden, das einer Niederlage gleich kam, herrschte eine trügerische Ruhe auf dem Clubgelände. «Nein, nein», wehrte Manager Uli Hoeneß am Mittwoch Gesprächswünsche der lauernden Reporter-Schar ab. Zuvor hatte sich bereits Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wortlos in sein Büro zurückgezogen, während die Spieler locker auf dem Rasen auf vier kleine Tore kickten.

Der Maulkorb, den sich die geschockten Bosse schon am Abend zuvor bei ihrer Flucht aus der Allianz Arena verpasst hatten, eröffnete Raum für Spekulationen - der Name Ottmar Hitzfeld machte hinter vorgehaltener Hand und sogar schon bei einem Radiosender die Runde.

«Vier vor Zwölf»

Gegen Bochum sah man eine verunsicherte Mannschaft ohne Konzept, die sich nach einigen vergebenen Torchancen lethargisch in ihr Schicksal ergab. «Es ist jetzt vier vor Zwölf», meinte Mark van Bommel, nachdem Magath nach der 2:3-Pleite in Dortmund von «fünf vor Zwölf» gesprochen hatte. Van Bommel vergab die größte Torchance der Münchner, als er völlig frei am guten Bochumer Schlussmann Jaroslav Drobny scheiterte (34.). «Da gibt es keine Ausreden, der Ball muss rein. Dann gewinnen wir 3:0», meinte der Niederländer. Er sieht auch ein Charakter-Problem: «Wir haben vielleicht zu viele gute Jungs im Team. Manchmal braucht man auch mal Arschlöcher.»

Den Albtraum eines Sturzes in den Uefa-Pokal kann und mag sich van Bommel (noch) nicht ausmalen: «Wir können nicht ohne Champions League sein.» Kahn sieht ebenfalls genug Potenzial: «Eine Mannschaft, die als Gruppenerster gegen Real Madrid im Achtelfinale der Champions League steht, kann viel mehr», meinte er. Magath irritierte dagegen mit der Aussage, er habe gegen Bochum einen «Ansatz gesehen, dass es vorwärts geht». Um ein Haar wäre das Spiel gegen den VfL sogar zum Debakel geworden, wenn Kahn nicht eine Großchance von Theofanis Gekas zunichte gemacht hätte (56.). «Sogar die ganz große Überraschung wäre drin gewesen», kommentierte Bochums Trainer Marcel Koller. (dpa)

 
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