Bayern-Bosse schweigen nach Fehlstart
Die Fans pfiffen, die Bosse flüchteten mit einem bedrohlichen Schweigen - und der Trainer kapitulierte im Titelkampf: Nach dem gespenstischen Tiefpunkt gegen den VfL Bochum erklärte ein auch persönlich in Bedrängnis geratener Felix Magath den FC Bayern München zum deutschen Fußball-Meister auf Abruf.
Am Morgen nach dem Unentschieden, das einer Niederlage gleich kam, herrschte eine trügerische Ruhe auf dem Clubgelände. «Nein, nein», wehrte Manager Uli Hoeneß am Mittwoch Gesprächswünsche der lauernden Reporter-Schar ab. Zuvor hatte sich bereits Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wortlos in sein Büro zurückgezogen, während die Spieler locker auf dem Rasen auf vier kleine Tore kickten.
Der Maulkorb, den sich die geschockten Bosse schon am Abend zuvor bei ihrer Flucht aus der Allianz Arena verpasst hatten, eröffnete Raum für Spekulationen - der Name Ottmar Hitzfeld machte hinter vorgehaltener Hand und sogar schon bei einem Radiosender die Runde.
Den Albtraum eines Sturzes in den Uefa-Pokal kann und mag sich van Bommel (noch) nicht ausmalen: «Wir können nicht ohne Champions League sein.» Kahn sieht ebenfalls genug Potenzial: «Eine Mannschaft, die als Gruppenerster gegen Real Madrid im Achtelfinale der Champions League steht, kann viel mehr», meinte er. Magath irritierte dagegen mit der Aussage, er habe gegen Bochum einen «Ansatz gesehen, dass es vorwärts geht». Um ein Haar wäre das Spiel gegen den VfL sogar zum Debakel geworden, wenn Kahn nicht eine Großchance von Theofanis Gekas zunichte gemacht hätte (56.). «Sogar die ganz große Überraschung wäre drin gewesen», kommentierte Bochums Trainer Marcel Koller. (dpa)

