Chaos bei Jahresversammlung des HSV
11.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Für seine 20-minütige Rede wurde Hoffmann sogar mit Applaus bedacht. «Das Elend hat angefangen mit den ersten Spielen der Saison, als sich Rafael van der Vaart schwer verletzte, andere folgten und es zu viele Rote Karten gab», erklärte der Vereinschef die prekäre Situation. Jetzt müssten die Kräfte gebündelt werden mit dem einzigen Ziel, nicht abzusteigen. Sein Rezept: Konsequentes Handeln und die Mannschaft noch «enger in die Verantwortung nehmen. Ohne Geschlossenheit wird der HSV absaufen», mahnte Hoffmann, der selbst auch Fehler in den vergangenen Monaten einräumte. «Wenn man zwischen Mai und Dezember von Platz zwei auf 17 abrutscht, kann keiner sagen, er habe keine Fehler gemacht.»
Wegen des großen Andrangs hatte die Jahreshauptversammlung mit einer Stunde Verspätung begonnen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll und er selbst waren nicht erschienen. «Wir wollen die Versammlung nicht noch mehr emotionalisieren», erklärte Hoffmann, «die Spieler sollen sich auf das wichtige Spiel am Samstag in Aachen konzentrieren.»
Unter dem Jubel der Mitglieder hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Udo Bandow den ungewöhnlichen Beschluss verkündet, die Vertreter der Öffentlichkeit auszuschließen und damit die Berichterstattung zu verhindern. Nachdem zwei Versuche, die Abstimmung per Handzeichen durchzuführen, fehlgeschlagen waren, sagte Hoffmann im Pfeifkonzert der aufgebrachten Mitglieder: «Ich weiß, wir sind ein Verein, der eine Krise hat. Aber ich hatte mir eigentlich vorgestellt, dass wir dokumentieren, dass wir kein Chaosklub sind.» Kritik am Verhalten der Mehrheit der Mitglieder übte der Verband Hamburger Sportjournalisten (VHS). «Wir müssen es akzeptieren, aber inhaltlich ist es nicht nachvollziehbar», sagte der VHS-Vorsitzende Carsten Harms. (nz)

