Putin sagte der «Süddeutsche Zeitung», die Deutschen sollten sich freuen: «Was Schalke 04 betrifft, so geht es nicht um den Kauf des Vereins. Es gibt den Wunsch einer Partnerschaft zwischen Schalke und dem St. Petersburger Verein Zenit, der ebenfalls von Gazprom gesponsert wird.» Die traditionellen Schalke-Fans seien Bergleute, «das gehört ja auch zum Energiebereich. Für Gazprom ist Schalke also ein natürlicher Partner», so Putin.Bei Zenit St. Petersburg hält Gazprom 75 Prozent der Anteile. Der niederländische Trainer Dick Advocaat, der bei Borussia Mönchengladbach auch schon in der Bundesliga arbeitete, soll die Mannschaft in die Champions League führen. Schalke und Zenit werden auf allen Ebenen kooperieren.
Der bisherige Schalke-Trikotsponsor, das Versicherungsunternehmen Victoria, macht schon zur Rückrunde Platz für Gazprom, bleibt aber Partner der Schalker. Bislang sollen von Victoria pro Spielzeit 7,5 Millionen Euro an den Uefa-Pokalsieger von 1997 geflossen sein. Neues Geld haben die Gelsenkirchener auch wegen des vorzeitigen Ausscheidens des Profi-Teams aus dem Uefa-Pokal nötig. Finanzchef Schnusenberg legte im Juni die langfristigen Verbindlichkeiten mit rund 195 Millionen Euro offen.
Zu den 330.000 Mitarbeitern von Gazprom, größter russischer Arbeitgeber, gehört auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der den Aufsichtsrat der Gazprom-Tochter Nord Stream zum Bau der Ostsee- Pipeline führt. Hans-Joachim Gornig, Geschäftsführer der deutschen Gazprom-Tochtergesellschaft ZGG, sagte, einen besseren Partner als Schalke «hätten wir nicht finden können, um unsere Bekanntheit in Deutschland nachhaltig positiv zu steigern».
(nz)