06. Okt 2006 20:14, ergänzt 08. Okt 2006 12:55
Der FC Schalke 04 steht angeblich vor dem größten Millionen-Deal der Bundesligageschichte. Beim neuen Hauptsponsor soll es sich um einen russischen Energiekonzern handeln.
Der Verein bestätigte die Meldungen am Sonntag nicht, sondern verwies in einer Mitteilung lediglich darauf, dass Spekulationen in Medien nicht kommentiert würden. Allerdings hat der FC Schalke für kommenden Dienstag eine Pressekonferenz angekündigt, bei der in Dresden Einzelheiten zu einer neuen Zusammenarbeit zwischen den Gelsenkirchenern und dem russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg bekannt gegeben werden sollen. Diese Kooperation werde während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin beim »Petersburger Dialog« der Öffentlichkeit präsentiert, kündigte Schalke an.Der Konzern Gasprom hält bei Zenit St. Petersburg 75 Prozent der Aktien und arbeitet daran, auf dem sportlichen Sektor mit dem niederländischen Trainer Dick Advocaat die Champions League zu erreichen. Wie es heißt, will der Energiekonzern auch auf dem westeuropäischen Markt Fuß fassen. Im Aufsichtsrat des mit 330.000 Mitarbeitern größten russischen Arbeitgebers hat Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Sitz. Die russische Regierung hält die Kontrollmehrheit von 50 Prozent plus eine Aktie. Die E.ON-Tochter Ruhrgas hält als größter ausländischer Gasprom-Aktionär direkt und indirekt einen Anteil von 6,43 Prozent. 2005 hat Gasprom nach eigenen Angaben einen Reingewinn von 5,98 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Für Schalke wäre der Sponsorenvertrag mehr als nur ein warmer Geldregen, sondern ein »Super-Deal« zur richtigen Zeit. Der Bundesligist muss für Zins und Tilgung des Stadion-Neubaus sowie zur Rückzahlung der Schechter-Anleihe in Höhe von 85 Millionen Euro jährlich 20,8 Millionen Euro zahlen. Zudem hat sich die Mannschaft auf dem sportlichen Sektor in dieser Saison mit dem frühen Ausscheiden im Uefa-Cup um weitere Millionen-Einnahmen gebracht.