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Fans beschimpfen Schalker Spieler

02. Okt 2006 13:52
Mirko Slomka
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Nach der Niederlage gegen Bayer Leverkusen gingen zahlreiche Schalke-Fans auf die Barrikaden. Trainer Mirko Slomka steht mehr denn je in Frage - nicht aber beim Manager.

Von Ulli Brünger

Die erzürnten Fans auf den Barrikaden, die Spieler mit den Nerven am Ende, die sportliche Führung im Erklärungsnotstand: Beim FC Schalke 04 spitzt sich die Lage nach der dritten Auswärtspleite in Serie dramatisch zu. Während sich die von den Anhängern wüst beschimpften und mit Schmähgesängen verhöhnten Profis nach dem verpassten Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga im Bus verkrochen, mussten Manager Andreas Müller und seine Vorstandskollegen noch lange nach dem 1:3 bei Bayer Leverkusen am Sonntag die erhitzten Gemüter rund um die BayArena beruhigen.

Keine Trainerdiskussion auf Schalke

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  • «Ich kann die Reaktionen der Fans verstehen. Sie reisen mit uns nach Berlin, nach Nancy, nach Leverkusen - und sind dann enttäuscht», sagte Müller, der sich dem immer größer werdenden öffentlichen Druck aber keinesfalls beugen will. «Die Trainer-Diskussion kommt nur von außen. Aber wir sehen täglich, wie gut Mirko arbeitet. Wir setzen uns in Ruhe zusammen und überlegen, wie wir die Mannschaft wieder nach vorne bringen.» Slomka werde auch im nächsten Spiel beim Hamburger SV in 14 Tagen definitiv auf der Bank sitzen, betonte der Manager. «Wir lassen uns dieses Thema nicht aufzwingen. Von niemandem.»

    Slomka bleibt optimistisch

    Der 39 Jahre alte Coach ist trotz der prekären Situation sicher, die völlig verunsicherte Mannschaft «wieder auf Kurs zu bringen». Aber er zeigt auch Verständnis für die aufgebrachten Anhänger. «Sie wollen eine Mannschaft sehen, die auswärts um den Sieg oder zumindest um einen Punkt fightet.» Darüber hinaus gibt sich Slomka gelassen, auch wenn die Spekulationen zunehmen und immer öfter der Name Christoph Daum fällt. «Die Trainer-Diskussion gibt es doch schon, seit ich hier Trainer geworden bin. Das werde ich aushalten. Ich weiß, dass ich im Vorstand Vertrauen genieße.»

    Wie drei Tage zuvor beim bitteren Erstrunden-Aus im Uefa-Pokal in Nancy (1:3) brach die Elf nach Gegentoren auseinander und führte die Einschätzung von Fabian Ernst («Wir sind eine intakte Truppe») ad absurdum. Dabei beherrschte Schalke zunächst das Geschehen, ging durch Marcelo Bordon (7.) früh in Führung. Doch mit dem durch eigene Fehler begünstigten Ausgleich des überragenden Gonzalo Castro (28.), der kurz nach der Pause (47.) mit einem sehenswerten Treffer zum 2:1 endgültig die Wende herbeiführte, verlor der selbst ernannte Titelkandidat völlig den Überblick. Carsten Ramelow (56.) gab Schalke mit dem 3:1 den Rest. «Leider haben wir unsere Auswärtsschwäche bestätigt. Dabei hätten wir auf drei Punkte davon ziehen können», haderte Slomka, dessen Elf nun punktgleich mit dem Führungs-Quartett auf dem fünften Platz liegt.

    Skibber verwundert über Schalke

    Selbst Bayer-Coach Michael Skibbe, dessen Elf nach dem 3:1 gegen den FC Sion mit dem zweiten Saisonsieg auch in der Bundesliga den Befreiungsschlag schaffte, war verwundert über den Einbruch des Gegners. «Die Anfangsphase gehörte total den Schalkern. Sie waren aggressiv und hatten alles im Griff. Aber der Rückstand hat uns aufgeweckt. In der zweiten Hälfte hat sich das Blatt schnell zu unseren Gunsten gewendet», meinte Skibbe, der Matchwinner Castro hervorhob. «Er ist ein ganz starker Fußballer und wird seinen Weg bei uns und in der U-21-Nationalmannschaft machen.»

    Nach der Pleite in Nancy hatten Müller und Slomka die Spieler mit einer Standpauke wachgerüttelt und waren überzeugt, dass alle enger zusammenrücken und die entsprechende Reaktion zeigen. «Wir haben aber nur 20 Minuten das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Das ist zu wenig», monierte Slomka. Müller ist sicher, dass der «große Druck von Außen» und der «angezettelte Unfrieden» der Elf zu schaffen macht. Alles sei eine Frage des Kopfes. Die Spieler seien «unter diesen Umständen nicht so stabil, Rückschläge wegzustecken». Gleichwohl schiebt Müller nicht alles auf äußere Einflüsse und die Turbulenzen der vergangenen Wochen. «Verantwortlich sind die sportliche Führung und die Mannschaft. Der Verantwortung entziehen wir uns nicht. Und wir wissen, wo wir den Hebel ansetzen müssen.» (dpa)

     
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