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Profiklubs lehnen Kompromiss über 3. Liga ab

16. Aug 2006 18:50
DFB-Präsident Theo Zwanziger
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Die deutschen Profiklubs sind uneins über die 3. Fußball-Liga, die neu eingeführt werden soll. Bayern München und Werder Bremen lehnten einen Kompromiss ab.

Die neue eingleisige 3. Liga wird auch innerhalb des Profilagers zum Streitobjekt. Die Vertreter der Vereine aus 1. und 2. Bundesliga konnten sich auf ihrer Mitgliederversammlung am Mittwoch in Gelsenkirchen nicht auf einen gemeinsamen Vorschlag einigen.

Kompromiss abgelehnt

7 der 36 Vereine, darunter Bayern München und Werder Bremen, lehnten einen Kompromiss ab, wonach von der Saison 2008/09 an zwei sportlich qualifizierte Reserveteams in der vom Deutschen Fußball- Bund (DFB) geführten Liga spielberechtigt sein sollen und alle anderen später aufsteigen können. Die Amateurvereine wollen die zweiten Mannschaften der Profi-Clubs ganz aus der voraussichtlich in zwei Jahren startenden 3. Liga ausschließen.

«Es wird weitere Gespräche mit den Vereinen und dem DFB geben müssen», sagte Liga-Präsident Werner Hackmann. Eine Entscheidung über Gründung und Zusammensetzung der neuen Spielklasse soll auf dem DFB- Bundestag am 8. September in Frankfurt/Main fallen. Nur wenn die Profi-Clubs einheitlich votieren, haben sie die Chance, einen eigenen Vorschlag durchzusetzen.

Sportlicher Anreiz für Nachwuchsspieler

Neben den Branchenführern aus München und Bremen reicht auch dem Hamburger SV, Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach, dem VfB Stuttgart und Zweitligist 1860 München der vor dem Länderspiel gegen Schweden vorgestellte Vorschlag nicht aus. Die Vereine fürchten, ihren Nachwuchsspielern ohne Aussicht auf Drittliga-Einsätze keinen sportlichen Anreiz bieten zu können.

Die Amateurclubs hingegen argumentieren, dass eine Teilnahme der Profireserven wie in der jetzigen Regionalliga zu Wettbewerbsverzerrung und weniger Zuschauereinnahmen führen würde. Deshalb wollen sie die zweiten Mannschaften in der ebenfalls neuen dreigleisigen Regionalliga (vierte Liga) angesiedelt sehen.

«Vernünftiger Ausbildung lebensnotwendig»

Für Hertha-Manager Dieter Hoeneß, der in Berlin eine intensive Talente-Förderung angeschoben hat, steht mit der Entscheidung sogar die Zukunft der ersten Spielklasse mit auf dem Spiel: «Eine vernünftige Ausbildung des Nachwuchses ist lebensnotwendig für die Bundesliga.»

Bis zum Bundestag in drei Wochen laufen auf vielen Ebenen die Bemühungen um eine Einigung. DFB-Präsident Theo Zwanziger versucht, die Amateurvereine zu einem Kompromiss zu bewegen. Für die DFL stehen nach der Hängepartie vom Mittwoch weitere intensive interne Diskussionen an. (nz)

 
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