05. Aug 2006 19:58, ergänzt 20:20
Der SV Werder Bremen hat sich im Finale des Liga-Pokal als ernstzunehmender Bayern-Konkurrent präsentiert. Ein Stürmer machte besonders von sich reden.
Auch ohne Nationalspieler Tim Borowski (Rückenschmerzen) und Kapitän Frank Baumann (Grippe) waren die Bremer deutlich frischer und eingespielter als die Münchner, die erstmals eine Niederlage in einem Ligapokalfinale hinnehmen mussten. Bayern-Trainer Felix Magath bot mit Oliver Kahn im Tor und Roque Santa Cruz auf der Position des abgewanderten Michael Ballack eine Formation auf, die auch kommenden Freitag den Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Dortmund bestreiten könnte. Den möglichen sechsten Ligapokal-Erfolg schaffte die Auswahl aber nicht.Der zuletzt nicht mehr gesetzte Klasnic gab sich trotz seiner Treffer nach der Partie gelassen. «Ich bin Stürmer. Ich muss Tore schießen, das habe ich heute getan», sagte er. Deutlich euphorischer zeigte sich Torsten Frings: «Wir waren nicht nur heißer, wir waren auch die bessere Mannschaft. Das war schon nicht so schlecht», sagte der Nationalspieler. «Es ist noch nicht alles perfekt, aber wir sind auf einem guten Weg», sagte Werder-Coach Thomas Schaaf. Wir haben uns zu wenig durchsetzen können. Die Bremer waren besser drauf und sind Mitfavorit für den Titel», sagte Magath mit einem Blick auf die bevorstehende Saison.
«Man merkt, dass wir noch erhebliche Defizite im Sprint haben», sagte Uli Hoeneß schon in der Halbzeit. Die mangelnde Abstimmung gerade im Mittelfeld bemängelte der Bayern-Manager. «Es gibt keine Automatismen. Das muss noch eingespielt werden.» Gerade Santa Cruz fehlte in der Schaltzentrale die Bindung zu seinen Kollegen. Pech hatten die Münchner allerdings, dass Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) das mögliche erste Bayern-Tor von Lukas Podolski (23.) wegen angeblichen Abseits nicht anerkannte.