22.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Karl-Heinz Rummenigge
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Karl-Heinz Rummenigge sorgt sich um die Attraktivität der Bundesliga und fordert die anderen Clubs auf, mehr Stars einzukaufen. Bayern-Manager Uli Hoeneß hat dazu eine andere Meinung.
Nach dem Urteil im italienischen Fußball-Skandal jagt halb Europa Weltmeisterspieler wie Fabio Cannavaro von Juventus Turin oder Luca Toni vom AC Florenz. Die Bundesliga droht, im Werben um die Gunst der Stars leer auszugehen. Dies bereitet Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge Sorgen. Der ehemalige Weltklassestürmer fordert nun in der «Bild»-Zeitung: «Holt mehr Stars nach Deutschland.»
Uli Hoeneß: Selbst Stars entwickelnBayern-Manager Uli Hoeneß sieht dies freilich anders. Er halte es nicht für nötig, dass künftig Superstars aus dem Ausland nach Deutschland kommen. «Wir müssen nicht zukaufen, die Bundesliga muss selbst neue Stars entwickeln», sagte Hoeneß im Bundesliga-Sonderheft des «kicker».
«Wir sind auf einem guten Weg, ich sehe sehr viele gute junge Spieler in Deutschland», ergänzte das Vorstandsmitglied der Bayern und forderte daher: «Wir sollten uns mehr auf die deutschen Spieler konzentrieren».
Real bietet mit20 Tage vor dem Bundesliga-Start hat sein FC Bayern weiter die Chance, einen spektakulären Transfer zu landen. Um den niederländischen Stürmer-Star Ruud van Nistelrooy pokert der deutsche Rekordmeister um die Ablöse mit dessen Club Manchester United. Die Engländer haben eine Angebot von 14 Millionen Euro für den 30-Jährigen als ungenügend abgelehnt. Real Madrid, das sich ebenfalls gerne die Dienste des Angreifers sichern möchte, habe angeblich laut der spanischen Sportzeitungen Marca und As ein Angebot von 15 Millionen Euro abgegeben.
Bayern München, das auch Interesse am französischen WM-Senkrechtstarter Franck Ribery gezeigt hatte, ist der einzige deutsche Verein, dem es gelingen könnte, Starspieler in die Bundesliga zu holen. Der Hamburger SV hatte immerhin Kontakte zum Tschechen Milan Baros von Aston Villa und auch Patrick Kluivert, der indes seine beste Zeit wohl hinter sich hat. Von einer Verpflichtung des Niederländers hat der HSV schon Abstand genommen, das Risiko sei zu groß. Und Baros wird wohl auch nicht von Birmingham an die Elbe kommen.
Barcelona greift zuBei ausländischen Clubs sieht dies ganz anders aus. Der spanische Meister FC Barcelona holt Gianluca Zambrotta und Lilian Thuram für 19 Millionen von Juventus. Real Madrid einigte sich mit Juventus Turin auf die Verpflichtung von Fabio Cannavaro, dem Kapitän der italienischen Weltmeisterelf, und des brasilianischen Nationalspielers Emerson. Patrick Vieira (Juve) geht für 13 Millionen Euro zu Liga-Konkurrent Inter Mailand. Zudem bietet Real angeblich für Brasiliens Mittelfeldstar Kaka 56 Millionen Euro.
Da kann die Bundesliga nicht mithalten. Rummenigge sieht den Grund hierfür in der gleichmäßigen Verteilung der TV-Gelder. Für den Bayern-Boss ein Unding: «Mit der totalen Gleichmacherei bei den Fernsehverträgen haben wir es geschafft, dass wir international keine Rolle mehr spielen.»