13. Jul 2006 16:12, ergänzt 17:48
Hertha BSC will sich nicht länger von Marcelinho zum Narren halten lassen. Der Fußball-Bundesligist glaubt, auch ohne den aufmüpfigen Star auszukommen.
Manager Hoeneß sieht in Marcelinho nicht mehr einen der wichtigsten Bausteine im Hertha-Konzept. «Der Verein hat sich weiterentwickelt», betonte Hoeneß in einem Interview mit der «B.Z.» und verwies auf das Konzept mit jungen Spielern ähnlich wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. «Diese Philosophie werden wir weiter fortsetzen. Deshalb brauchen wir Marcelinho nicht, um erfolgreich zu sein», sagte der Manager knallhart.Verhandlungen mit Beratern des 31-jährigen Brasilianers, der erst mit über einwöchiger Verspätung aus seiner Heimat zurückgekehrt war, laufen bereits. Konkrete Angebote eines Clubs gebe es aber noch nicht, vermeldete Hertha. «Wenn ein interessierter Verein an uns herantritt, werden wir uns alles anhören und dann entscheiden», sagte Hoeneß.
Marcelinho hatte seinen 38-tägigen Urlaub ohne Information an Hertha um neun Tage verlängert und schon mit Palmeiras Sao Paulo verhandelt. Der Mittelfeldspieler, in den letzten fünf Spielzeiten mit 65 Toren und 49 Vorbereitungen immer der effektivste Spieler beim Hauptstadtclub, soll nun eine drastische Geldstrafe bekommen, nach Informationen der «Berliner Zeitung» in Höhe von drei Monatsgehältern (rund 450.000 Euro).
Wie Marcelinho wird auch Josip Simunic beim UI-Cup-Hinspiel am Sonntag in Berlin gegen FK Moskau noch fehlen. Der Kroate ist nach seinem WM-Urlaub am Donnerstag im Trainingscamp eingetroffen. Die Nationalspieler Arne Freidrich (Deutschland) und Gilberto (Brasilien) haben noch bis Monatsende Urlaub.
Weiter beobachten will Trainer Götz den kroatischen Probespieler Srdjan Lakic, der beim 2:1-Testsieg gegen den österreichischen Erstligisten SV Mattersburg ein Tor schoss. «Er ist interessant, aber er ist nicht der absolute Topstürmer, vielleicht ein Mann für die Perspektive», sagte Götz. (nz)