In einer Partie, die in der Anfangsphase Freundschaftsspiel-Charakter hatte, waren die Nürnberger zunächst die gefälligere Mannschaft. Nach einer Flanke von Stefan Kießling, in seinem letzten Spiel für die Franken einer der auffälligsten Akteure, scheiterte Vittek in der 22. Minute am Pfosten des Berliner Tores. Acht Minuten später konnte der Slowake dann zum 16. Mal in der Rückrunde über einen eigenen Treffer jubeln. Herthas Abwehrchef Josip Simunic patzte bei einer Kopfballabwehr, Vittek nutzte das mit einem trockenen 16- Meter-Schuss. Nur neun Minuten später endete Simunics letzter Hertha- Auftritt: Mit einem rüden Foul stieg der Kroate gegen Kießling ein und sah völlig zurecht die Gelb-Rote Karte.Ohne die Regisseure Marcelinho (Gelb-Sperre) und Yildiray Bastürk (Muskelfaserriss) fehlte den Gästen aus der Hauptstadt lange spielerische Linie. Dennoch gelang den Berlinern, die zudem auf den gesperrten Andreas Neuendorf sowie die verletzten Marko Pantelic und Dick van Burik verzichten mussten, noch vor der Pause der Ausgleich gegen eine in Überzahl zu leichtsinnige Nürnberger Mannschaft. Eine Flanke von Kevin Boateng verwertete Dardai mit seinem zweiten Saisontor.
Nach dem Seitenwechsel fanden die Gäste - beflügelt durch den Ausgleich - besser ins Spiel und hatten auch die besseren Möglichkeiten gegen zu sorglose Nürnberger. Doch Solomon Okoronkwo (49.) und Boateng (59.) fanden ihren Meister in „Club“-Torhüter Raphael Schäfer. In der 63. Minute sah Polak wegen einer Unsportlichkeit die Gelb-Rote Karte und stellte die zahlenmäßige Ausgeglichenheit in einer nach der Pause zum Teil etwas hitzigen Partie wieder her. Als sich die meisten Zuschauer auf ein Remis eingestellt hatten, fiel wie aus dem Nichts heraus der 2:1- Siegtreffer durch Saenko. Die Vorarbeit hatte Vittek geleistet. (nz)