netzeitung.deWerder bringt FC Bayern Niederlage bei

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Petri Pasanen und Michael Ballack (r.). (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Petri Pasanen und Michael Ballack (r.).
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Werder Bremen hat sich für mindestens eine Nacht auf den zweiten Tabellenplatz gekämpft. Im Spiel gegen den FC Bayern unterstrichen die Hanseaten ihre Ambitionen auf einen Champions-League-Platz.

Auch ein fehlerfrei agierender Oliver Kahn hat die dritte Saisonniederlage des FC Bayern München nicht verhindern können. Einen Tag nach Kahns Ausbootung als WM-Torhüter Nummer eins verlor der Bundesliga-Tabellenführer das Schlagerspiel bei Werder Bremen unerwartet deutlich mit 0:3 (0:1) und machte den Titelkampf noch einmal spannend.
Vorderleute helfen Kahn nicht
Den Bayern-Schlussmann traf aber keine Schuld an der höchsten Saisonniederlage. Trainer Felix Magath hatte seine etatmäßige Nummer eins trotz dessen «maßloser Enttäuschung» über die WM-Entscheidung eingesetzt. «Er hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er nicht spielen will», sagte Magath nach dem Spiel. Gegen die Fehler seiner Vorderleute konnte Kahn aber nichts ausrichten.

Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion, die Kahn und vor allem Bundestrainer Jürgen Klinsmann mit Pfiffen begrüßten, traf Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (33.) bei einer verunglückten Rettungsaktion ins eigene Tor. Kahn war machtlos. Alle Bemühungen um den Ausgleich der Münchener blieben trotz ihrer Überlegenheit in der zweiten Halbzeit vergeblich. Im Gegenteil: Die konterstarken Bremer überwanden durch Daniel Jensen (79.) und Tim Borowski (83.) den unglücklichen Kahn noch zwei Mal und unterstrichen mit einer kompakten Leistung ihre Champions-League-Ansprüche.

HSV mit der Chance
Fünf Runden vor Saisonende eroberte Werder durch den ersten Sieg gegen die Bayern seit dem Meisterjahr 2004 zumindest für eine Nacht den zweiten Platz. Zudem verkürzte das Team von Trainer Thomas Schaaf den Rückstand auf die Münchner auf sieben Punkte. Der ärgste Bayern-Verfolger Hamburger SV kann am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Borusia Mönchengladbach sogar bis auf vier Punkte an den Spitzenreiter heranrücken. Angesichts des Restprogramms (Magath: «Bremen war für uns das letzte Spitzenspiel») hat aber dennoch der FC Bayern die besten Chancen auf seinen 20. Titelgewinn.

Werder-Trainer Schaaf, der den Zeitpunkt der Klärung der T-Frage ebenso wie Bayern-Manager Uli Hoeneß als «unglücklich» bezeichnete, musste auf seinen Kapitän Frank Baumann (Innenbandriss) und auf dessen Stellvertreter Torsten Frings (Wadenverletzung) verzichten. Als «dritter Mann» war Johan Micoud der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld. Bei den Bayern rückte kurzfristig Martin Demichelis für Lucio (Rückenprobleme) in die Innenverteidigung.

Diese Umstellung bereitete der Bayern-Abwehr Probleme. Kahn musste in der Anfangsphase die Unsicherheiten seiner Vorderleute gegen Miroslav Klose (11.) und mit einem glänzenden Reflex gegen Nelson Valdez (15.) ausbügeln. Erst nach 20 Minuten wurde das Bayern-Spiel sicherer, und die Gäste kamen ihrerseits zu Chancen. Die Werder- Führung fiel wie aus heiterem Himmel. Nach einem langen Pass von Micoud auf Klose konnte der Bundesliga-Torjäger ungehindert flanken, «Unglücksrabe» Schweinsteiger lenkte den Ball vor dem einschussbereiten Tim Borowski ins eigene Tor.

Zehn Minuten später hätte der Nationalspieler seinen Fehler fast wieder gut gemacht. Doch der nicht immer sichere Werder-Keeper Tim Wiese rettete gegen Schweinsteiger. Nach dem Wechsel erhöhten die Bayern durch die Einwechslung von Zé Roberto den Druck, zeigten aber Schwächen im Abschluss oder hatten wie Michael Ballack (87.) mit einem Lattentreffer Pech. Wesentlich effektiver traten dagegen die Bremer auf. (nz)