netzeitung.deFC Bayern bereitet Strafanzeige vor

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Bastian Schweinsteiger (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bastian Schweinsteiger
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Bayern- Verantwortlichen können nicht nachvollziehen, was Bastian Schweinsteiger derzeit widerfährt. Da der Spieler völlig schuldlos sei, werde dies schwerwiegende Konsequenzen für einige Medien haben.

Felix Magath kann jegliche Mutmaßungen über einen neuen Wettskandal nicht nachvollziehen. «Es gibt ja noch gar keinen Wettskandal. Es gibt bisher ja nur einen angeblichen Wettskandal, für den es überhaupt keine Beweise gibt», sagte der Trainer des FC Bayern am Freitag auf der Pressekonferenz.

Die gleiche Meinung vertrat auch Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager kündigte an, dass der Verein gegen die «tz» rechtliche Schritte einleiten wird. «Die Klage wird übers Wochenende formuliert werden und am Montag dem Gericht zugehen.» Zudem wollen die Münchner gegen den Kölner «Express» sowie den Nachrichtensender n-tv vorgehen. Dessen Geschäftsführer Johannes Züll behält sich aber seinerseits «juristische Schritte» vor.

Hoeneß verlas einen Fünf-Punkte-Katalog. Dieser umfasst die Aufforderung zu einer Unterlassungserklärung, einen Widerruf der «rechtswidrigen Behauptungen», eine Gegendarstellung sowie einen Strafantrag Schweinsteigers «wegen übler Nachrede» gegen die redaktionell Verantwortlichen. Außerdem behalten sich Spieler und Verein die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen vor. Zudem verhängte der Bayern-Vorstand «bis auf weiteres» ein Hausverbot gegen die Boulevard-Zeitung «tz».

Autogramme reichlich
Zugleich verwies Magath Berichte ins Reich der Fabel, Bastian Schweinsteiger habe am Donnerstag Abend nach der Meldung des Münchner Boulevardblatt «tz» - Schweinsteiger sei angeblich in den Wettskandal involviert - das Trainingsgelände an der Säbener Straße fluchtartig verlassen. «Bastian hat hier noch fleißig Autogramme gegeben und sich hier auch noch länger aufgehalten», sagte Magath.

Überhaupt sei auch das freitägliche Training nicht im Geringsten vom neuesten Tohuwabohu beieinflusst gewesen. «Es gab keine Unruhe im Training. Das alles hat die Spieler wenig bis überhaupt nicht tangiert.»

Kartenspiele ohne Schweinsteiger
Für Magath ist es absolut nicht nachvollziehbar, was Schweinsteiger derzeit widerfahre. «Er hat absolut nichts getan. Wenn er nicht Zeitung lesen würde wie ich auch, wüsste er überhaupt nichts davon.» Magath klärte schmunzelnd darüber auf, dass eigentlich jeder Spieler im Verein Karten spiele. Selbst die Südamerikaner spielten Schafskopf. «Der einzige, der Karten nicht einmal anfasst, ist Schweinsteiger», sagte Magath.

Ausfall wegen Grippe
Schweinsteiger nahm derweil beim letzten Training vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Schalke 04 wegen einer Grippe nicht teil. Während sich seine Teamkollegen auf dem Vereinsgelände des deutschen Rekordmeisters auf dem Trainingsplatz aufwärmten, wurde der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler in Zivil von Magath und Mediendirektor Markus Hörwick begleitet von zahlreichen Kamerateams und Fotografen in die Umkleidekabine eskortiert. «Wir mussten ihn heute zurückhalten. Er will am Sonntag gegen Schalke unbedingt spielen. Wir wissen aber noch nicht, ob wir ihn einsetzen können», teilte Magath mit.
Zuvor hatte der Bayern-Vorstand gemeinsam mit Magath und Schweinsteiger die Situation in der Geschäftsstelle erörtert.
Hoeneß kündigt Klage wegen «Rufmord» an
Der FC Bayern bekräftigte zudem, mit aller Macht gegen die Zeitung «tz» vorgehen zu wollen. «Wir werden eine Schadensersatzklage wegen Rufmord gegen die tz anstrengen, wie es sie noch nie gegeben hat im deutschen Sport», sagte Hoeneß der «Süddeutschen Zeitung» (Freitag-Ausgabe).

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte bei einer Pressekonferenz bereits am Donnerstagabend ebenfalls juristische Schritte angekündigt. «Das wird Konsequenzen haben. Ich kann den Verantwortlichen dieser Zeitung sagen: Unsere Anwälte werden mit aller Härte nach den Buchstaben des Gesetzes gegen diese, ich würde fast sagen unwahrheitsgemäße und unanständige und unverantwortliche Berichterstattung vorgehen», sagte Rummenigge. Der Bayern-Chef sprach von «Rufmord an einem 21-jährigen jungen Menschen». Zuvor hatte der Bayern-Vorstand gemeinsam mit Magath und Schweinsteiger die Situation in der Geschäftsstelle erörtert.

Staatsanwaltschaft dementiert
Die Staatsanwaltschaft München I widersprach am Freitag derweil erneut Medienberichten, wonach Schweinsteiger und die zwei Zweitliga-Profis Quido Lanzaat und Paul Agostino des Zweitligisten TSV 1860 München in den Fußball-Wettskandal verstrickt sein sollen. «Es gibt keine Ladung oder eine Einladung an Bastian Schweinsteiger, Quido Lanzaat, Paul Agostino oder irgendeinen anderen Spieler, um sie bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zu vernehmen«, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler.

Die «tz» konkretisierte inzwischen ihre Vorabmeldung vom Donnerstagabend, nach der die drei Spieler «angeblich bereits von der Polizei verhört» worden seien. In der später erschienenen Version schrieb das Blatt: «Die tz bleibt bei ihrer Aussage, dass die drei Spieler im Zusammenhang mit dem Wettskandal von der Polizei verhört werden.» «Auch das kann ich nicht bestätigen», sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler allerdings am Freitag der dpa.

Ob und wann ein Ermittlungsverfahren eröffnet werde, sei zudem noch offen, so Winkler weiter. Einen Zeitrahmen für die Entscheidung gebe es nicht. «Wir bemühen uns, die Informationen gründlich zu prüfen, um schnell Sicherheit und Klarheit in die Angelegenheit zu bekommen», sagte Winkler. Den Informanten, auf den sich unter anderem auch die ARD- Sendung «plusminus» und das Sat.1-Magazin «Akte 06» berufen hatten, kenne die Staatsanwaltschaft nicht. (nz)