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Meier nach Kopfnuss-Affäre «endlich frei»

07. Mrz 2006 11:52
Der Kopfstoß gegen Albert Streit (l.).
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Fußball-Trainer Norbert Meier will das Ende seiner Sperre mit Sekt begießen. Seine Zukunft sieht der frühere Duisburger Trainer in der obersten deutschen Spielklasse.

Von Roland Leroi

Die zurückliegenden drei Monate empfand Norbert Meier wie einen Zwangsurlaub. «Wenn du so lange deinen Beruf nicht ausüben darfst, ist das die Hölle», sagt der 47-Jährige, der von Mittwoch an wieder ganz offiziell als Fußball-Trainer arbeiten darf. «Ich bin endlich frei», meint Meier, der zwar nicht im Gefängnis saß, sich aber doch «ein bisschen eingesperrt» fühlte.

Bis zum 7. März sperrte ihn das DFB-Sportgericht, nachdem er am 6. Dezember 2005 als Trainer des Bundesligisten MSV Duisburg dem Kölner Profi Albert Streit an der Seitenlinie einen Kopfstoß verpasste.

«Kopfnuss-Meier»

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  • Als «Fußball-Rüpel» und «Kopfnuss-Meier» wurde er nach Ansicht der Fernsehbilder, die in jedem Jahresrückblick auftauchten, öffentlich identifiziert und verurteilt. Der Trainer, der daraufhin vom MSV entlassen wurde, nahm das als Teil seiner Strafe hin.

    Als völlig normal bezeichnet er es, auch in Zukunft immer wieder darauf angesprochen zu werden. «Ich kann und muss damit leben. Es war halt ein Fehler, der nicht zu entschuldigen ist», sagt Meier. Betont offensiv würde er damit umgehen und bestimmt keinen Psychologen benötigen. «Ich habe meine Pause sinnvoll genutzt und sah jede Woche bis zu vier Fußballspiele», erzählt Meier, der sogar Eishockeypartien des EV Duisburg besuchte. «Die genauen Regeln waren mir zwar unbekannt, aber ich habe mir die taktischen Abläufe bei diesem sehr schnellen Sport gemerkt», sagt Meier.

    «Auch mal einen Bock hauen»

    Viel Zuspruch von Kollegen wie dem Mainzer Jürgen Klopp und nur ganz selten negative Äußerungen habe er auf den Tribünen der deutschen Stadien erfahren. «Es gibt viele freundliche Leute mit einem gewissen Verständnis für meine Tat», meint Meier. «Keiner kann das gutheißen, aber der Mensch Meier darf doch auch mal einen Bock bauen», sagt er verteidigend.

    Als Lügner wurde der frühere Profi von Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach gebrandmarkt, weil er die Tat trotz eindeutiger Fernsehbilder zunächst vehement abstritt und sich als Opfer darstellte. «Ich wurde falsch beraten und hätte besser schweigen sollen», sagt Meier. Und er gelobt, dass er sich nie mehr dem Spielfeldrand auf zehn Zentimeter nähern will.

    Meiers Ziel ist die Bundesliga

    Von einer Fortsetzung seiner Trainer-Karriere ist Meier überzeugt. Bereits Anfang Februar hätten sich einige deutsche Profi-Vereine erkundigt, wann denn die Sperre endlich ablaufe. «Mein Ziel ist die Bundesliga, da habe ich zuletzt erfolgreich gearbeitet», betont der ehemalige Nationalspieler, der den MSV 2005 in die Erstklassigkeit führte.

    Selbst Kollege Eugen Hach, der als Aachener Coach mal für einen Würgegriff drei Monate gesperrt wurde, kam seitdem immer wieder unter. «Mein Fall ist ähnlich und eigentlich wissen alle, dass ich kein Rüpel bin», meint Meier.

    Strafen müssen trotzdem sein

    Amüsiert habe er verfolgt, dass Rostocks Keeper Matthias Schober und sein ehemaliger MSV-Schützling Marino Biliskov zuletzt ebenfalls durch Kopfnüsse auffielen und Bielefelds Trainer Thomas von Heesen einen Schiedsrichter wegschubste. «Wer nur ein bisschen menschliches Empfinden hat, weiß, wie so was zustande kommt», sagt Meier.

    Strafen müssten aber trotzdem sein. «Ich habe ja auch Zeit zur Reue bekommen», meint der Trainer, der das Ende der Sperre mit Sekt begießen will: «Das ist ein Anlass, um ganz gemütlich die Korken knallen zu lassen.» (dpa)

     
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