netzeitung.deVfB Stuttgart tritt auf der Stelle

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Silvio Meissner (l.), Johan Micoud (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Silvio Meissner (l.), Johan Micoud
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Abwehr steht beim VfB Stuttgart hervorragend. Doch im Angriff tat sich bei den Schwaben auch gegen Werder Bremen nichts.

Werder Bremen hat mit einem mageren 0:0 beim VfB Stuttgart die Chance verpasst, den Titelkampf in der Fußball-Bundesliga wieder spannender zu machen. Nach den ersten Punktverlusten dieses Jahres haben die Norddeutschen nunmehr weiterhin acht Punkte Rückstand zu Tabellenführer Bayern München, der sich tags zuvor von Hertha BSC 0:0 getrennt hatte. Auch der VfB kam mit dem zwölften Saison-Remis keinen Schritt voran. Er bleibt in diesem Jahr weiter sieglos, ohne Torerfolg und bringt Trainer Giovanni Trapattoni wieder in Erklärungsnot.

Auch ohne die Nationalspieler Tim Borowski, Frank Baumann (beide gelb-gesperrt) und Miroslav Klose (Schulterverletzung) hatten die Gäste vor 30 000 Zuschauern im Gottlieb Daimler-Stadion spielerische Vorteile. Im Mittelfeld zogen Johan Micoud und vor allem Torsten Frings geschickt die Fäden, vor versuchte Nelson Valdez erneut zu beweisen, dass er mehr als nur ein Klose-Ersatz ist.

Der 22 Jahre alte Paraguayer hatte auch die beiden besten Werder-Chancen vor dem Wechsel, konnte sie aber nicht nutzen. Nach 18 Minuten strich ein Kopfball des agilen Angreifers am rechten Pfosten vorbei, 16 Minuten später kam er nach einer präzisen Eingabe seines Sturmpartners Ivan Klasnic einen Schritt zu spät. Die Bremer hätten vor dem Wechsel dennoch insgesamt verdient Führung gehen können, aber VfB-Torhüter Timo Hildebrand lenkte einen Aufsetzer von Daniel Jensen im letzten Moment um den rechten Pfosten (38.).

Kaum Chancen für Stuttgart
Soviele Gelegenheiten hatten die «Minimalisten» vom VfB, bei dem die beiden Dänen Jon Tomasson und Jesper Grönkjaer zunächst nur auf der Bank saßen nicht zu bieten. Bei der besten benötigten sie in der 34. Minute zudem noch Bremer Schützenhilfe. Torhüter Andreas Reinke konnte einen Schuss von Thomas Hitzlsberger nur abklatschten. Christian Tiffert setzte zwar nach, konnte den Bremer Keeper aber auch nicht überwinden.

Auch nach Wiederanpfiff gab es kaum mehr Aufreger. Im Gegenteil: Die Mittelfeldreihen neutralisierten sich, die Angreifer hingen praktisch in der Luft. So musste selbst Bremens Verteidiger Christian Schulz stürmen. Aber auch er scheiterte zweimal in aussichtsreicher Position am gut reagierenden Hildebrand (63., 73.).

Reinke schwer verletzt
Länger verzichten muss Werder auf Torhüter Andreas Reinke. Der 37-Jährige erlitt nach einem Zusammenstoß mit VfB-Spieler Martin Stranzl (79.) ein Schädel-Hirn-Trauma mit mehreren Frakturen. Reinke wurde ins Katharinenhospital in Stuttgart gebracht, wo er operiert werden soll. Unmittelbar nach der Partie hatte sich Stranzl bereits bei Werder- Sportdirektor Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf entschuldigt. Nach der Diagnose fuhr Stranzl nach Angaben des VfB sofort ins Krankenhaus. (nz)