06.01.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Uli Hoeneß
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Gastspielreise des FC Bayern in den Iran hat einige Kritik hervorgerufen. Manager Uli Hoeneß hat den Trip verteidigt und landete damit in den Top-News des staatlichen Fernsehens.
Das Gastspiel des FC Bayern München im Iran droht zum Politikum zu werden. Die Aussagen von Uli Hoeneß zur bevorstehenden Reise des deutschen Fußball-Rekordmeisters haben in Teheran für breite öffentliche Zustimmung gesorgt. Der Bayern-Manager hatte den sportlichen Auftritt seines Vereins verteidigt: «Mit Boykott hat man Probleme noch nie gelöst.» In der Sportsendung des TV-Senders Chabar des staatlichen Fernsehens IRIB waren die Hoeneß-Bemerkungen sogar die Top-Nachricht. Hoeneß habe gezeigt, «dass Politik nichts mit Sport zu tun hat», hieß es.
Antisemitische Äußerungen sorgen für WirbelDer Tagestrip des FC Bayern am 13. Januar aus seinem Trainingslager in Dubai in den Iran war öffentlich hinterfragt worden. Hintergrund ist die Diskussion um antisemitische Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Danach hatte es Forderungen gegeben, den Iran von der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland auszuschließen. Keine Nationalmannschaft Europas war seither bereit, ein Länderspiel gegen den Iran zu vereinbaren.
Die Bayern spielen gegen Persepolis Teheran, den Ex-Club des iranischen Nationalspielers und Bayern-Profis Ali Karimi. Dass die Münchner für die Partie vom Verein und nicht von staatlicher Seite eingeladen worden sind, wurde in den iranischen Medien nicht erwähnt.
Den Bayern droht nun eine weitere Vereinnahmung. «Mit dem Gastspiel von Bayern München in Teheran werden viele Diskussionen, die mit Fußball nichts zu tun haben, ausgeräumt», sagte der Persepolis-Vorsitzende, Mohammad-Hassan Ansarifard, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ISNA. Mit Blick auf das Verhältnis zwischen Iran und europäischen Teams meinte er: «Das Spiel ist auch ein Beweis dafür, dass es keine Probleme gibt.» (nz)