Bundesligisten sehen sich bestätigt
05. Jan 2006 14:50, ergänzt 15:18
 |  Bayern-Manager Uli Hoeneß | Foto: dpa |
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Mit der Reform der Ausländerregelung ist die DFL auch einer Forderung der Bundesliga-Clubs nachgekommen. Die «Local-Player- Regelung» passt allerdings nicht allen Vereinen.
Von Thomas PrüferIn großer Einmütigkeit haben Verantwortliche der Fußball-Bundesliga die von den deutschen Profi-Clubs geforderte und von der Deutschen Fußball Liga (DFL) beschlossene Reform der Ausländerregelung gut geheißen. Manager Uli Hoeneß von Rekordmeister FC Bayern München ist einer der größten Befürworter der Aufhebung der Beschränkung der Ausländerzahl (derzeit 4) von anderen Kontinenten im deutschen Profifußball, weil die unbeschränkte Einsatzmöglichkeit von Nicht-Europäern von der kommenden Saison an die Wettbewerbsfähigkeit der DFB-Vertreter in den Europapokal-Wettbewerben stärkt.
«Wir würden uns sonst international schwächen», betonte Hoeneß am Donnerstag in München. Einen Nachteil für deutsche Spieler und die Nationalelf sieht er in der Reform nicht. Im Gegenteil: «Leute, die glauben, dass man durch Restriktionen die Nationalmannschaft stärker macht, sind auf dem Holzweg. Ein guter deutscher Spieler setzt sich auch durch.»
Reform bringt weitere Vorteile
Auch die Liga-Rivalen sehen in der Reform überwiegend Vorteile. «Diese Regelung ist gut für den deutschen Fußball und den deutschen Nachwuchs. Zudem wird so die Chancengleichheit auf internationaler Ebene gewährleistet», lobte Teammanager Horst Heldt vom VfB Stuttgart die Beschlüsse. «Die Aufhebung der Beschränkung finde ich gut. Das macht vieles im personellen Bereich einfacher», sagte Schalkes Manager Rudi Assauer. «Formalien und enge Regularien haben selten weitergeholfen», formulierte Manager Klaus Fuchs (Wolfsburg) seine Unterstützung, befürchtet aber zugleich, dass (finanz-)starke Clubs noch überlegener sein könnten: «Die Spitze wird stärker werden.»
Jugendarbeit lohnt sich
Ein klares Pro kam auch von der für ihre besondere Nachwuchs-Pflege bekannte Borussia aus Mönchengladbach. «Das passt in unsere Philosophie und ist auch eine Wertschätzung für die Clubs mit guter Jugendarbeit», sagte Jugend- und Amateurchef Max Eberl. Die Borussia will künftig etwa ein Drittel des Profikaders aus dem eigenen Nachwuchsbereich auffüllen. Die von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) übernommene «Local-Player-Regelung» wäre damit erfüllt. Demnach müssen von 2006/2007 an vier Spieler zwischen 15 und 21 Jahren mindestens drei Spielzeiten im Bereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) spielberechtigt gewesen sein, zwei davon im eigenen Club. Über sechs (2007/2008) erhöht sich die Pflichtzahl an den in deutschen Clubs ausgebildeten Kickern bis 2008/2009 auf acht.
Weiterer Schub erwartet
An dieser Regelung übte Hoeneß indirekt leise Kritik. «Wir müssen schauen, dass wir so viele gute junge deutsche Spieler ausbilden, dass sie die Qualität für die Bundesliga haben. Das ist wichtiger als Quoten-Erhöhungen», erklärte der Bayern-Manager. Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser (Bayer Leverkusen) nennt die Regelung «optimal, weil sie Rechtssicherheit und die Nachwuchsarbeit der Vereine der 1. und 2. Liga fördert. Im übrigen werden davon indirekt auch die DFB- Auswahlteams profitieren.» Kollege Fuchs vom VfL Wolfsburg erwartet auch, dass sich die Ausbildung von deutschen Talenten verbessern wird. «Beispiele wie der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt, die verstärkt auf deutsche Talente gesetzt haben, werden Schule machen.»Diese Regelung stellt einige Oberhaus-Clubs allerdings auch vor größere Probleme. So muss der MSV Duisburg seine Nachwuchsarbeit intensivieren. Denn die Forderung nach künftig zunächst vier «Local Players» erfüllt der Aufsteiger zumindest in dieser Saison nicht. Nur Adam Bodzek (20) steht seit 2003 beim MSV unter Vertrag. «Clubs, die jahrelang ihren Unterbau vernachlässigt haben, werden Probleme bekommen. Eine Übergangsregelung wäre zur Abfederung vielleicht sinnvoll gewesen», sagte MSV-Vorstandschef Walter Hellmich, der die Reform dennoch «grundsätzlich» gut heißt: «Die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball wird einen Aufschwung erleben.»
Größere Clubs bevorteilt
Der MSV und der FSV Mainz 05 sind die einzigen Erstligisten, die mit ihrem Nachwuchs nicht in der A-Junioren-Bundesliga vertreten sind. FSV-Mainz-Manager Christian Heidel erwartet für die kleineren Erstliga-Vereine kaum einen Vorteil, dafür würden die größeren Clubs profitieren. Dennoch steht Heidel den Beschlüssen positiv gegenüber: «Überall werden Grenzen abgebaut, da ist es mir schleierhaft, warum beim Fußball Grenzen aufgebaut werden sollten.» (dpa)