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Notnagel Slomka übernimmt Schalke 04

04. Jan 2006 10:07, ergänzt 15:11
Mirko Slomka
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Schalke 04 hat die Trainersuche beendet. Der bisherige Co-Trainer steigt beim Fußball-Bundesligisten auf.

Der FC Schalke 04 hat in Mirko Slomka eine Notlösung für den Cheftrainer-Posten gefunden. Völlig unerwartet präsentierte der Tabellen-Vierte am Mittwoch den bisherigen Assistenten als Nachfolger von Ralf Rangnick. «Ich war auch sehr überrascht. Es ist der größte Schritt in meiner Karriere und ich freue mich darauf», sagte Slomka nach dem Trainingsauftakt. Am Dienstag hatte der 1. FC Köln in dem Schweizer Hanspeter Latour bereits einen in Deutschland weitgehend unbekannten Coach vorgestellt.

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  • Der 38 Jahre alte Slomka soll die Mannschaft vorerst bis zum Saisonende betreuen und gilt als Notnagel nach der vergeblichen Suche nach einem hochkarätigen Fußball-Lehrer. «Ich habe erst heute Nacht um 00.30 Uhr von meiner Berufung zum Cheftrainer erfahren», berichtete Slomka. Diese Entscheidung traf der Schalke-Vorstand nach stundenlangen Beratungen - einstimmig, wie der Verein mitteilte. «Ich finde die Entscheidung sehr mutig und hoffe, etwas zurückgeben zu können», sagte Slomka. Auf dem Wunschzettel von Manager Rudi Assauer stand er aber nicht: «Auf die Idee wäre ich nicht gekommen.»

    Kuranyi positiv überrascht

    Die 04-Profis waren am Mittwochmorgen bei der Vorstellung ihres neuen Chefs in der Kabine ebenfalls erstaunt. «Ich glaube, das war eine gute Überraschung», sagte Nationalspieler Kevin Kuranyi, «er ist ein positiver Mensch, der jeden von uns gut kennt. Und vielleicht kann aus einem kleinen Trainer ein großer werden.» Der dänische Schalke-Stürmer Ebbe sieht kein Problem darin, dass statt eines renommierten Coaches nun eine interne Lösung gefunden wurde: «Wir müssen enger zusammenrücken. Mit Mirko geht es.» Für Gerald Asamoah ist aber nicht nur der Trainer entscheidend. «Wir als Mannschaft sind nun erst recht in der Pflicht», sagte der Nationalstürmer.

    Slomka, der seit dem 1. Oktober 2004 als Assistenztrainer bei Schalke tätig ist und auf Deutsch der «kleine Strohhalm» heißt, ist der siebte Coach der «Königsblauen» innerhalb von vier Jahren. «Wenn es klappt, können wir uns gut vorstellen, mit Mirko Slomka auch über den 30. Juni 2006 hinaus zusammenzuarbeiten», sagte Team-Manager Andreas Müller und betonte: «Mit dieser Entscheidung ist die Trainersuche definitiv abgeschlossen.» Neben Slomka habe er nur noch mit einem Kandidaten gesprochen, der aber nicht vor dem Sommer wieder ins Bundesliga-Geschäft einsteigen wolle. Dabei dürfte es sich um den früheren Dortmundern und Stuttgarter Coach Matthias Sammer handeln.

    Vollstes Vertrauen

    Slomka hofft allerdings, seine Chance nutzen zu können: «Wenn wir unsere Ziele erreichen, habe ich auf jeden Fall eine Chance, ein Vertrag über ein paar Jahre mehr zu bekommen.» Der bisherige Rangnick-Assistent verfügt bisher über keine Erfahrung als Cheftrainer einer Profimannschaft. «Mirko hat unser volles Vertrauen. Er ist eine unglaubliche Respektsperson. Außerdem trauen wir ihm zu, den Kampf um den Einzug in die Champions League wieder sehr spannend zu machen», erklärte Müller, der nun auf einen neuen Zusammenhalt nach aufgewühlten Zeiten hofft: «Es ist die Chance, ein Wir-Gefühl zu bekommen.»

    In seinen Gedanken um die Rangnick-Nachfolge habe Slomke eine dominierende Rolle gespielt. «Daher war es auch für uns ausgeschlossen, ihn gemeinsam mit Rangnick zu entlassen», sagte Müller, der betonte, dass der Club mit keinem anderen der Trainer gesprochen habe, die Schalke angeblich abgesagt haben. «Darum sind wir bei den ganzen Spekulationen immer ruhig und gelassen geblieben.» Der selbst von Slomka als Überraschungscoup empfundene Schachzug lässt aber auch andere Schlüsse zu.

    Berufsbeginn in Hannover

    Slomka begann seine Laufbahn als Coach im Nachwuchsbereich von Hannover 96. Von 1989 bis 1999 betreute er diverse Teams von der C- bis zur A-Jugend, in denen unter anderem die heutigen Nationalspieler Gerald Asamoah, Fabian Ernst und Sebastian Kehl spielten. Mit der B- Jugend der Niedersachsen wurde er zwei Mal deutscher Vizemeister. Von 1999 bis 2001 war er bei Tennis Borussia Berlin tätig und übernahm dort nach dem Abstieg für die Regionalliga-Saison 2000/01 das Amt des Cheftrainers. Von 2001 bis 2003 arbeitete er an Rangnicks Seite als Co-Trainer bei Hannover 96.

     
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