04.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
VfB-Boss Erwin Staudt.
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Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart plant nun doch längerfristig mit Trainer Giovanni Trapattoni. Club-Präsident Erwin Staudt fühlt sich missverstanden.
Giovanni Trapattoni hat zwar das von der Vereinsführung des VfB Stuttgart geforderte Minimalziel vorzeitig verfehlt, dennoch braucht sich der italienische Coach derzeit nicht mehr so große Sorgen um seinen Job zu machen. «Wir haben kein Ultimatum gestellt, sondern nur Wünsche und Visionen geäußert», erklärte Präsident Erwin Staudt nach dem 0:0 des VfB in der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern. Münchens Manager Uli Hoeneß warf den VfB-Verantwortlichen indes mangelnde Unterstützung für seinen früheren Meistermacher Trapattoni vor.
Fortschritt auszumachen.Ursprünglich hatte Staudt aus den letzten fünf Spielen vor der Winterpause mindestens zehn Punkte gefordert. Dies untermauerte auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt immer wieder. Doch nach den Unentschieden gegen Hannover, in Frankfurt und gegen den Meister aus München können Trapattoni und seine Mannschaft selbst bei Siegen in Wolfsburg und gegen Schalke 04 nur noch auf maximal neun Zähler kommen. Staudt sieht «einen Fortschritt» in der Entwicklung des Tabellen-Neunten und betonte: «Es ist nicht fair, dass Trapattoni jeden Samstag auf die zehn Punkte angesprochen wird.»
Sportdirektor Herbert Briem hatte schon zuvor gesagt, dass er davon ausgehe, dass Trapattoni nach der Vorrunde noch VfB-Coach sei. Dann gebe es eine ausführliche Analyse. Auf die Frage, ob die Stuttgarter auch mit dem «Mister» aus der Winterpause kommen werden, sagte Briem: «Ja. Die Art und Weise, wie die Mannschaft auftritt, stimmt mich zuversichtlich.»
Trapattoni verhalten optimistischTrapattoni selbst wirkte in den letzten Tagen etwas entspannter, zumal sich die Schwaben trotz ihrer spielfreien Woche im Uefa-Cup für die K.o.-Runde qualifiziert haben. «Ich bin nicht besorgt, wenn ich sehe, mit welchem Engagement die Mannschaft spielt», sagte der 66-Jährige nach dem zehnten Unentschieden des VfB in dieser Saison. (nz)
Eine Lanze für «Trap» hatte bereits vor dem Südgipfel Uli Hoeneß gebrochen. «Die Verantwortlichen tun meiner Meinung nach zu wenig, um Trapattoni zu schützen und zu stützen», sagte er im Interview mit der «Stuttgarter Zeitung» (Samstags-Ausgabe). Als Manager habe er immer versucht, dem Coach zu helfen. «Aus der Distanz betrachtet stelle ich fest, dass beim VfB von dieser Bereitschaft nicht viel zu spüren ist.» Als in Stuttgart dann die Ergebnisse nicht gestimmt haben, so Hoeneß weiter, sei der VfB schnell von Trapattoni abgerückt. Bayern- Torwart Oliver Kahn versprach dem VfB: «Wenn man hier noch ein bisschen Geduld hat, dann wird sich das absolut auszahlen.»