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1. FC Köln hadert mit Dr. Fleischer

28. Aug 2005 10:37
Lukas Podolski (l.) reklamiert bei Dr. Fleischer.
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Nach dem furiosen Saisonstart ist der 1. FC Köln wieder auf dem Boden angekommen. Schuld daran sei ausschließlich Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer.

Es gibt Menschen, mit denen kann man einfach nicht. Der 1. FC Köln und Dr. Helmut Fleischer sind ein solcher Fall. Wann immer diese beiden aufeinandertreffen, endet es meist in einer mittleren bisweilen auch schon mal schweren Katastrophe.

Am 19. Mai 2002 gab es für die Kölner ein solches Desaster made by Fleischer, als dieser im Dortmunder Westfalenstadion mit einer fatalen Fehlentscheidung den zweiten Abstieg des FC aus der Bundesliga besiegelte. Damals hatte sich der Referee aus Sigmertshausen von Dortmunds Jürgen Kohlers täuschen lassen, als er dessen Schwalbe in der 87. Minuten vor dem Abpfiff mit einem Strafstoß ahndete.

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  • Die Torjäger
  • Am Samstag sah es ganz danach aus, als könnten die beiden Streithähne diesmal die Partie ohne Zoff und Zunder über die Zeit bringen. Die 50.000 Zuschauer im Rhein- Energie-Stadion waren allerbester Laune, hatte doch ihr FC nach einem 0:2-Rückstand durch Tor von Matthias Scherz (81.) und Lukas Podolskis ersten Saisontreffer in der 90 Minute doch noch den Ausgleich geschafft.

    Die verbleibende Restzeit aber reichte Dr. Fleischer, um sich erneut tief in die Hassanalen der Kölner einzugraben. Wieder war es eine Schwalbe und wieder ein unberechtigter Elfmeter, die dem FC die erste Saisonniederlage bescherten.

    Der Auslöser der späteren Eskalation war ein einfaches Laufduell zwischen dem Kölner Christian Springer und dem Lauterer Ferydoon Zandi in der dritten Minute der Nachspielzeit. Zandi fiel plötzlich und Schiedsrichter Dr. Fleischer entschied spontan auf Strafstoß. Für Springer ein Unding, da er nur neben dem Lauterer hergelaufen sei: «Dann ließ er sich fallen, und ich bin jetzt der Dumme!»

    Rapolder: «Das ist eine Frechheit!»


    Uwe Rapolder, ein ansonsten recht besonnener und abgeklärter Trainer, verlor nach diesem eindeutigen Fehlpfiff und der Tatsache, dass seine Mannschaft sich nach einem verloren geglaubten Spiel noch einmal richtig ins Zeug gelegt und wenigstens einen Punkt verdient gehabt hatte, kurzzeitig die Fassung.

    Seinem Eiertanz am Spielfeldrand folgte eine verbale Abrechnung, die es in sich hatte: «Niemand sagt, dass Schiedsrichter nicht Fehler machen dürfen. Aber so etwas in der Nachspielzeit zu pfeifen ist in der Gesamtwürdigung des Spiels keine Fehlentscheidung, nein das ist eine Frechheit.»

    Springer unterstellt „Absicht“


    Der vermeintliche Übeltäter hatte eine ganz persönliche Einschätzung der Situation, die ihm durchaus auch noch Ärger beim DFB einbringen könnte. Springer wollte sich auch nicht nur mit der Bemerkung einer Fehlentscheidung abgeben. Er sieht in dem Verhalten des Mediziners sogar Programm.

    O-Ton Springer: «Dr. Fleischer weiß wie es ist. Er macht so etwas mit Absicht. Er hat es in Dortmund gemacht. Er macht es auch wieder. Er wird es beim nächsten Mal auch wieder machen. Er wartet jedes Mal auf eine solche Situation. Es ist seine Art zu pfeifen. Wir müssen es halt akzeptieren.»

    Für den Gescholtenen war diese ganze Aufregung völlig überflüssig. Selbst beim Studium der Fernsehbilder will der Unparteiische noch ein klares Foul erkannt haben. «Die Hintertorkamera zeigt, dass die Hand des Kölners an die Schulter des Kaiserslauteners geht. Für mich eindeutig», meint Fleischer, der «in einer solchen Situation immer wieder auf Strafstoß entscheiden würde.»

    Den Kölner Unmut trat er mit einer durchaus berechtigten Feststellung entgegen: «Wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, dann haben immer alle anderen Schuld, nur man selbst nicht!»

    FCK dominierte über weite Strecken


    Immerhin durfte sich der Aufsteiger glücklich schätzen, dass er nach den beiden Treffern von Halil Altintop (19. und 79.), der seine Torquote auf jetzt insgesamt sechs hochschrauben konnte, überhaupt noch eine Chance zum Ausgleich bekam. Denn dass die Gäste aus der Pfalz die klar bessere Mannschaft waren, konnte niemand im weiten Rund des Rhein-Energie-Stadions bestreiten.

    Schon in der ersten Halbzeit hätten die Lauterer den berühmten Sack zumachen müssen. Doch immer wieder scheiterten sie an dem überragenden Stefan Wessels.

    Nach dem besten Saisonstart seit vier Jahren mit nunmehr sechs Punkten aus drei Spielen, träumen die Pfälzer unter ihrem neuen Coach Michael Henke wieder von besseren Zeiten, auch wenn das Saisonziel laut Vereinsboss Rene C. Jäggi bei bescheidenen 40 Punkten bleibt.

    «Wir werden versuchen, diese Zahl möglichst schnell zu erreichen und dann weitersehen.» Für ihn jedenfalls war dieser Start eine große Genugtuung: «Zu Beginn der Saison waren wir Abstiegskandidat Nummer eins und unserer Trainer stand in der Abschussliste ganz oben.»

    Nach nur drei Spieltagen gibt es allerdings keinen Grund zum Jubeln, aber für die Kölner nach diesem 3:2 auch keinen zum Verzweifeln. «Wir stehen weiter oben», sagt Uwe Rapolder, der sich auf keinen Fall die Euphorie in Köln kaputt reden lassen will.


     
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