Deisler wieder in Behandlung
18.10.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Sebastian Deisler.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler will sich wieder in psychatrische Behandlung begeben. Der 24-Jährige vom FC Bayern München ist aus Turin nach München zurückgekehrt.
Die gesundheitlichen Probleme von Fußball-Nationalspieler Sebastian Deisler reißen nicht ab. Der Mittelfeldakteur von Rekordmeister Bayern München wird sich erneut zu Behandlungen ins Max-Plank-Institut für Psychatrie in München begeben. Deisler, der bereits im November 2003 wegen Depressionen ärzliche Hilfe in Anspruch genommen hatte und für fünf Monate ausgefallen war, verließ am Dienstagnachmittag nach einem Gespräch mit Trainer Felix Magath und Manager Uli Hoeneß überraschend das Mannschaftshotel in Turin und trat die Heimreise an.
Hoeneß: Anzeichen nicht zu übersehen«Sebastian hat mich gebeten, dass er nach Hause fliegen darf, weil er sich nicht gut fühlt und ärztliche Behandlung braucht», sagte Hoeneß, der sich vor dem Champions-League-Spiel der Bayern am Dienstag bei Juventus Turin gerade in einer Sitzung mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge befand. «Seit Wochen habe ich gewisse Anzeichen gesehen. Zuletzt in einem Gespräch hat er mir jedoch signalisiert, dass alles o.k. ist. Nun ist es eben wieder ausgebrochen.»
Bereits im November 2003 hatte sich Deisler in einem seelischen Tief befunden und wegen akuten Depressionen ärztliche Hilfe gesucht. Erst fünf Monate später war der 24-Jährige - nach eigenen Aussagen völlig wiedergenesen - auf den Fußballplatz zurückgekehrt. «Es ist schade, dass ich nicht verhindern konnte, dass er in eine solche Drucksituation gekommen ist, die ihm nun schadet. Es wäre von Anfang an wichtig gewesen, dass Deisler Zeit bekommt, um sich zu stabilisieren. Jetzt ist er verunsichert», sagte Bayern-Trainer Felix Magath der «Welt».
Zukunft völlig offenOb Deisler wieder mehrere Monate oder womöglich noch länger ausfällt, ist ungewiss. Hoeneß sieht aber keine Parallelen zum ersten Vorfall: «Ich denke, dass die Situation mit der von damals nicht vergleichbar ist. Jetzt ist sein ganzes Umfeld stabilisiert. Ich als Laie denke, dass er mit der Sache anders umgehen kann. Dass es gewisse Rückschläge geben kann, war uns klar. (nz)