16.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Soll für Ruhe sorgen: Rolf Rüssmann
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Fußball-Bundesligist 1860 München kommt trotz des Rücktritts von Karl-Heinz Wildmoser nicht zur Ruhe. Lokalrivale FC Bayern sorgt für zusätzlichen Druck.
Trotz des Rücktritts von Karl-Heinz Wildmoser sind für den Fußball-Bundesligisten 1860 München die turbulenten Zeiten nicht vorbei. Der bisher unbekannte Wurst- und Fleischwarenfabrikant Karl Auer kann die Unruhe aufgrund fehlender Erfahrung nicht zähmen. Sportlich steckt die Mannschaft tief im Abstiegsstrudel und Stadionpartner Bayern München sorgt für Druck auf den Lokalrivalen.
Rüssmann zum Zunge schnalzen«Das Wichtigste ist, dass sich jetzt Ruhe einstellt und wir mit den Fans auf eine Linie kommen», sagte Auer. Für Ruhe soll Rolf Rüssmann sorgen. Der bereits kontaktierte Ex-Nationalspieler, seit seiner Entlassung beim VfB Stuttgart im vergangenen Jahr ohne Job, gilt als Favorit für den Posten des Geschäftsführers der Fußball-Abteilung und der Stadion GmbH.
Der neue Vizepräsident Hans Zehetmair, der zunächst Favorit auf das Präsidentenamt gewesen war und auch Karl Auer in seinem ersten Interview mit dem Bayrischen Rundfunk mehr als nur assistierte, bezeichnet Rüssmann als «Mann zum Zungeschnalzen».
FC Bayern will beide Posten besetzenRüssmann soll als Kandidat von 1860 für die neu zu besetzenden zwei Geschäftsführerposten auf der anstehenden Gesellschafter-Versammlung der «Allianz Arena München Stadion GmbH» ins Rennen geschickt werden. Denn nachdem der weiter inhaftierte Karl-Heinz Wildmoser junior als Geschäftsführer abgesetzt wurde und zuvor der ehemalige Bayern-Präsident Fritz Scherer aus «persönlichen Gründen» seinen Rücktritt erklärt hatte, möchte der FC Bayern am liebsten beide Geschäftsführer-Posten selbst besetzen. Der erste Kandidat der Bayern ist mit dem Architekten Bernd Rauch schon gefunden.
Auch muss das durch die Schmiergeldaffäre zerrüttete Vertrauensverhältnis beider Stadion-Partner wieder zusammenwachsen. «Ich kenne Herrn Auer nicht, aber vom Grundsatz her ist das ein Neuanfang, wie wir ihn für dringend notwenig erachtet haben», so Manager Hoeneß. Trotzdem reicht der FC Bayern eine Zivilklage gegen Wildmoser junior ein. Auer will «in den nächsten Tagen» das Gespräch mit dem verärgerten Partner in Sachen Allianz-Arena suchen.
Götz genießt VertrauenDoch nicht nur zum FC Bayern muss neues Vertrauen aufgebaut werden, die eigene Bundesliga-Mannschaft sorgt für Probleme. Trainer Falko Götz hofft, dass mit dem neuen Präsidenten «Ruhe reinkommt». Lediglich zwei Punkte auf einen Abstiegsplatz haben die «Löwen».
Zudem stehen die wichtigen Spiele gegen die Abstiegskonkurrenten SC Freiburg, Eintracht Frankfurt und Hannover 96 an. Auer gab aber bereits ein erstes Bekenntnis ab. Trotz der Abstiegsgefahr genieße Falko Götz «das vollste Vertrauen». (nz)