16.03.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Karl-Heinz Wildmoser ist als Löwenpräsident zurückgetreten.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Baufirma Alpine hat im Zusammenhang mit dem Bau der Münchner Fußball-Arena Geld an Informanten gezahlt. In der Folge der Affäre war Löwen-Präsident Wildmoser von seinem Amt zurückgetreten.
Die österreichische Baufirma Alpine hat im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Münchner Fußballstadions erstmals zugegeben, Zahlungen an Informanten geleistet zu haben. Für das Unternehmen sei es jedoch «weder rechtlich bedenklich noch unlauter», dass nach dem Erfolg im Vergabeverfahren jemand Geld bekommen habe, der «die Unternehmensleitung auf dieses prestigeträchtige Projekt aufmerksam gemacht habe». Das teilte Alpine am Dienstag mit.
Korruptionsvorwürfe nicht nachvollziehbarFür Alpine sind die Korruptionsvorwürfe von daher «nicht nachvollziehbar» und entbehren jeglicher Grundlage. Einflussnahme auf das Vergabeverfahren habe es nicht gegeben. Die Unternehmensleitung prüfe derzeit «mögliche Schadenersatzansprüche». Die Baufirma will weitere Informationen zu den Anschuldigungen erst am Donnerstag auf einer Pressekonferenz am Firmensitz in Salzburg geben.
Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen vor, 2,8 Millionen Euro an Ex-Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser und seinen Sohn gezahlt zu haben. Das Geld sei über Strohmänner und Konten in der Schweiz geflossen. Die Wildmosers hätten Alpine dafür während des Vergabeverfahrens entscheidende Informationen, etwa über die maximal akzeptable Bausumme für das Stadion, zugespielt. Wildmoser senior saß deswegen drei Tage in Untersuchungshaft.
Am Montagabend war Wildmoser von seinem Präsidentenposten beim TSV 1860 München zurückgetreten. Sein Sohn, der Geschäftsführer der Stadion GmbH war, befindet sich weiter in Haft. Wildmosers Nachfolger bei den «Löwen» wird der Fleischwaren-Fabrikant Karl Auer. «Ich glaube, dass wir nun alle Kräfte bündeln müssen, um Ruhe in den Verein zu bringen», sagte Auer. (nz)