06.12.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Ende in Stuttgart: Markus Babbel
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Das Spiel gegen Bochum und die Fanproteste ließen das Fass überlaufen: Trotz Jobgarantie bis zum Jahresende hat der VfB Stuttgart Markus Babbel vor die Tür gesetzt - sein Nachfolger «kennt die meisten Spieler sehr gut».
Der VfB Stuttgart hat die Reißleine gezogen und nach einem wochenlangen Hickhack Teamchef Markus Babbel mit seinem gesamten Trainerteam freigestellt. Das Ende der rund einjährigen Ära Babbel gaben die Schwaben am frühen Sonntagabend bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz und damit nur knapp 25 Stunden nach dem bitteren 1:1 gegen den VfL Bochum bekannt. Die Partie war von wütenden Fan-Protesten begleitet worden. «Wir haben alles dafür getan, dass es dem VfB gut geht. Aber es geht jetzt nicht um Einzelschicksale, sondern um den VfB», sagte Babbel am Sonntagabend.
Als Nachfolger verpflichtete der VfB Christian Gross. Der 55-jährige Schweizer, der zuletzt zehn Jahre lang beim FC Basel unter Vertrag stand und den Verein viermal zur Meisterschaft und zweimal in die Champions League führte, wurde am Sonntagabend nur eine Stunde nach der Bekanntgabe der Babbel-Entlassung präsentiert. «Ich freue mich, hier zu sein und will mit der Mannschaft auf die Siegerstraße zurück», sagte Gross bei seiner Vorstellung. Der Schweizer leitete noch am Abend sein erstes Training. Denn bereits am Mittwoch steht für den VfB das wichtige Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni an.
«Der Samstag hat uns den Rest gegeben»«Der Samstag hat uns den Rest gegeben», begründete Manager Horst Heldt den Wechsel. «Wir haben schon wieder mit ansehen müssen, dass die Mannschaft ihr Potenzial nicht abruft.» Der 55 Jahre alte Gross soll das nun ändern. «Ich kenne die meisten Spieler sehr gut», sagte er. «Meine Hauptaufgabe bis Weihnachten wird sein, alles aus ihnen herauszuholen und die Fans happy zu machen. Ich bin überzeugt, dass wir aus dieser schlechten Situation herauskommen.»
Babbel, der die Schwaben erst am 23. November 2008 als Nachfolger von Armin Veh übernommen hatte, zeigte Verständnis für seine Freistellung. «Ich weiß, dass ein Schlussstrich gezogen wird, wenn die Ergebnisse ausbleiben», sagte er. In der vergangenen Saison führte er sie noch von Rang elf in die Champions League. In den letzten Monaten konnte er den Absturz auf den 16. Platz jedoch nicht stoppen. Neben Babbel trennte sich der Verein auch von seinen beiden Co-Trainern Rainer Widmayer und Alexander Zorniger. Die Krise des VfB erreichte somit am Wochenende eine neue Dimension.
Polizei setzt Pfefferspray gegen VfB-Fans einBis zu 3000 Anhänger hatten nach dem Bochum-Spiel das Verwaltungsgebäude des Vereins am Stadioneingang belagert. Nach Angaben der Polizei versuchten sogar mehrere hundert, das Vereinsheim zu stürmen. Sie schrien «Scheiß Millionäre» und «Wir haben die Schnauze voll», einige zündeten Knallkörper. Insgesamt wurden zwei Beamte verletzt und drei Fans festgenommen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Bereits vor dem Anpfiff hatten etwa 100 Anhänger versucht, den Mannschaftsbus an der Einfahrt ins Stadion zu hindern. Auch hier musste die Polizei eingreifen. Während der 90 Minuten wurden die Spieler immer wieder ausgepfiffen. (dpa/nz)