05.12.2009
Herausgeber: netzeitung.de
VfB-Fans belagern nach dem Spiel den Vip-Bereich des Stuttgarter Stadions
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach dem neuerlichen Rückschlag gegen Bochum macht sich beim VfB Stuttgart Untergangsstimmung breit. Die Fans verweigerten ihrer Mannschaft die Unterstützung und gingen nach dem Spiel auf die Barrikaden.
Die Fans belagerten den Stadioneingang und protestierten lautstark, Teamchef Markus Babbel ließ seine eigene Zukunft offen. Das enttäuschende 1:1 (0:0) gegen den VfL Bochum hat beim VfB Stuttgart am Samstag fast schon Untergangsstimmung ausgelöst. Zwei Minuten vor Schluss erzielte Christian Fuchs mit einem Freistoß den Ausgleich für die sogar in Unterzahl spielenden Bochumer. Serdar Tascis Führungstor (63.) war danach nicht mehr viel wert: Der VfB ist seit acht Spielen in der Fußball-Bundesliga ohne Sieg. Wieder schlecht gespielt, wieder nicht gegen einen Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg gewonnen - und nun auch noch die eigenen Anhänger gegen sich.
Babbel zum ersten Mal ratlosBabbel wirkte schwer angeschlagen. «Wir sind wieder bitter bestraft worden», sagte er. Erst am Dienstag hatte ihm der Vorstand des VfB den Rücken gestärkt, nach dem späten Schock gegen Bochum dachte der 37-Jährige selbst über Konsequenzen nach. «Otto Rehhagel hat einmal gesagt, dass man Entscheidungen nie aus der Emotion heraus treffen darf, sondern das erst einmal verarbeiten muss. Diese Zeit nehme ich mir auch», erklärte er dem TV-Sender «Sky». Babbel führte den Punktverlust und den mutlosen Auftritt seiner Mannschaft auch auf die Fanproteste zurück. «Die Stimmung im Stadion hat zur Verunsicherung beigetragen», meinte er.
Nach der Partie belagerten etwa 2000 VfB-Fans den VIP-Bereich der Mercedes-Benz Arena. Sie schrien «Wir haben die Schnauze voll» und zündeten Feuerwerkskörper. Nach vorläufigen Angaben der Polizei gab es zwei leicht verletzte Polizisten, aber keine Festnahmen. Schon vor und während des Spiels war die Stimmung explosiv. Etwa 100 Fans den Mannschaftsbus des VfB an der Einfahrt zum Stadion blockiert. Sie entzündeten ein bengalisches Feuer und ließen das Team erst nach dem Einschreiten der Polizei weiterfahren. Während der 90 Minuten kamen im Stadion nach jeder missglückten Aktion Pfiffe auf. Die Fankurve verweigerte der Mannschaft ihre Unterstützung.
Kuzmanovic und Hitzlsperger verletzt ausgewechseltAm Ende hatte der VfB nicht nur zwei Punkte und die Unterstützung seiner Fans verloren, sondern auch zwei Spieler. Zdravko Kuzmanovic und Hitzlsperger wurden mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt. Keine guten Aussichten für das entscheidende Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Unirea Urziceni. «Ich werde mich hüten, zu sagen, es kann nicht mehr schlimmer werden», meinte Hitzlsperger. «Das haben wir vor ein paar Wochen auch schon gesagt.» (dpa)