04.12.2009
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Der FIFA-Weltpokal
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Mittelschwere Vorrundengruppe für die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika: Der härteste Gegner dürfte aus Afrika kommen, aber auch die «Aussies» gelten als aufstrebende Fußball-Macht. Bundestrainer Löw sprach von einer «interessanten» Gruppe.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika vor lösbaren Aufgaben in der Vorrunde. Das als Kopf der Gruppe D gesetzte Team von Bundestrainer Joachim Löw trifft in der Vorrunde auf Australien, Serbien und Ghana. Dies ergab die Auslosung am Freitagabend im International Convention Centre von Kapstadt. Spielorte der deutschen Mannschaft sind Durban, Port Elizabeth und Johannesburg. Das Eröfffnungsspiel der WM bestreiten Südafrika und Mexiko am 11. Juni.
Bundestrainer Joachim Löw sprach von einer «interessanten Gruppe». Australien kenne man schon aus dem Confederations Cup 2005. «Vor Serbien haben wir großen Respekt. Die haben sehr gute Spieler. Es ist eine spielstarke Mannschaft», sagte er. «Ghana hat auch Klasse-Spieler, die auf einem Topniveau spielen.»
Die Vorrunden-Gruppen der WM 2010:Gruppe A: Südafrika, Mexiko, Uruguay, Frankreich
Gruppe B: Argentinien, Nigeria, Südkorea, Griechenland
Gruppe C: England, USA, Algerien, Slowenien
Gruppe D: Deutschland, Australien, Serbien, Ghana
Gruppe E: Niederlande, Dänemark, Japan, Kamerun
Gruppe F: Italien, Paraguay, Neuseeland, Slowakei
Gruppe G: Brasilien, Nordkorea, Elfenbeinküste, Portugal
Gruppe H: Spanien, Schweiz, Honduras, Chile
Sollte die Löw-Elf, die ihr Quartier vor den Toren Pretorias aufschlägt, die Vorrunde als Gruppensieger überstehen, würde sie das Achtelfinale am 27. Juni in Bloemfontein bestreiten. Gegner wäre eine Mannschaft aus der Gruppe C mit England, den USA, Algerien und Slowenien. Als Zweiter der Gruppe D ginge es für die Deutschen in Rustenburg weiter. Der Gegner käme ebenfalls aus der Gruppe C.
«Deutschland ist der Favorit»DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sagte: «Liechtenstein und Luxemburg sind nicht dabei. Ich glaube, Australien, Serbien und Ghana sind Gegner, die man mit Respekt erwarten muss.» Serbiens Nationaltrainer Radomir Antic kommentierte die Auslosung wie folgt: «Ich bin zufrieden mit der Gruppe. Deutschland ist der Favorit, aber ich habe großes Vertrauen in meine Mannschaft. Vier, fünf meiner Spieler spielen in der Bundesliga, deshalb kennen wir den deutschen Fußball sehr gut. Es ist eine sehr interessante Gruppe, weil vier verschiedene Fußball-Kulturen aufeinandertreffen.» Milovan Rajevac, der Nationaltrainer von Ghana, sagte: «Ich bin nicht glücklich über diese Gruppe. Deutschland ist das stärkste Team in Europa. Sie sind auf dem Papier der Favorit. Ich denke, dass sich Ghana für die nächste Runde qualifizieren wird.»
Deutschlands erster Gegner Australien, eigentlich geprägt von Rugby und Cricket, erlebt mit der zweiten WM-Qualifikation in Serie einen Fußball-Aufschwung. 2006 schaffte man mit dem Einzug ins Achtelfinale einen großen Erfolg. In Kaiserslautern gab es ein unglückliches 0:1 gegen den späteren Titelträger Italien. Um lange Reisen für die Qualifikation zu vermeiden, trat Australien erstmals in der Asien-Qualifikation an. 2018 oder 2022 soll die WM ins eigene Land geholt werden. Gegen neun Konkurrenten treten die «Aussies» um das Gastgeberrecht an.
Gegen Frankreich und Rumänien durchgesetztSerbien feiert 2010 in Südafrika sein WM-Debüt als eigenständiges Land. Vor vier Jahren trat man noch im Verbund mit Montenegro in Deutschland an und erlebte eine Enttäuschung. Besonders bitter war das 0:6 in Gelsenkirchen gegen Argentinien. Gegen die Elfenbeinküste und die Niederlande gab es ebenfalls Niederlagen. Das erste Länderspiel als eigenständiges FIFA-Mitglied folgte nach der WM im August 2006. In der WM-Qualifikation für Südafrika sorgte das Team dann für eine Überraschung. Frankreich und Rumänien, eigentlich favorisiert, wurden distanziert, der Sprung ans Kap problemlos geschafft. Obwohl man mittlerweile in roten Trikots spielt, trägt die Mannschaft den Spitznamen «Beli Orlovi» (Weiße Adler).
Ballack trifft einen alten Bekannten aus LondonBundestrainer Löw hat vor allem eine hohe Meinung von den Ghanaern, die als spielerisch stärkste Mannschaft Afrikas gelten. «Die sind jetzt auch in der Lage, sich mental gut auf so ein Ereignis vorzubereiten, sind diszipliniert und konzentriert. Technisch sind sie ohnehin stark. Aber diese Kombination macht sie stärker», sagte der Bundestrainer. Den einzigen Länderspiel-Vergleich gegen die Schwarzafrikaner gewann Deutschland 1993 in Bochum mit 6:1.
Michael Ballack trifft gegen Ghana auf einen alten Bekannten. Superstar der afrikanischen Auswahl, die sich als erste Mannschaft vom Schwarzen Kontinent für die WM in Südafrika qualifiziert hatte, ist Michael Essien vom FC Chelsea. 2006 durften die «Black Stars» erstmals bei einer Endrunde antreten und kamen prompt in die K.o.-Runde. Nach Siegen gegen die Tschechische Republik und die USA - bei einer Niederlage gegen den späteren Weltmeister Italien - war dann aber Schluss. Rekordchampion Brasilien bremste die Ghanaer im Achtelfinale aus.
Ghanas Junioren sind U-20-WeltmeisterDie Angriffswucht wie beispielsweise die Elfenbeinküste mit dem ebenfalls bei Chelsea angestellten Didier Drogba hat Ghana vielleicht nicht. Allerdings kann die Mannschaft auch auf starken Nachwuchs bauen: Erst vor knapp zwei Monaten holten die Junioren-Auswahl bei der U-20-Weltmeisterschaft als erste afrikanische Mannschaft den Titel - und das im Endspiel durch Elfmeterschießen gegen Brasilien.
Der dreimalige Weltmeister Deutschland bestreitet seine Vorrundenspiele gegen Australien am 13. Juni (16 Uhr) in Durban, gegen Serbien am 18. Juni (13.30 Uhr) in Port Elizabeth und gegen Ghana am 23. Juni (20.30 Uhr) in Johannesburg. Gutes Omen für das DFB-Team: Seit 1986 beim 0:2 gegen Dänemark wurde kein WM-Gruppenspiel mehr verloren.
Schwere Gruppe für Brasilien, drei «Zwerge» für ItalienIn der von FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke gemeinsam mit Oscar-Preisträgerin Charlize Theron geleiteten Auslosung vor etwa 2000 Gästen und geschätzten 200 Millionen Fußball-Anhängern weltweit vor den TV-Geräten traf es Rekord-Weltmeister Brasilien besonders hart. Die Südamerikaner treffen auf Nordkorea, die Elfenbeinküste und Portugal. Der als Kopf der Gruppe F gesetzte Titelverteidiger Italien bekommt es in der Vorrunde mit Paraguay, Neuseeland und die Slowakei zu tun.
Ehe John Smith, der Kapitän des südafrikanischen Rugby-Teams, als erster in die Lostöpfe griff, präsentierte sich Südafrika in einer rund einstündigen Show als weltoffener Gastgeber. Afrikanische Folklore und heiße Rhythmen weckten die Vorfreude auf das erste WM- Turnier auf dem Schwarzen Kontinent. «Wir sind geehrt und ehrfürchtig, dass Südafrika diese einzigartige Ehre zuteilgeworden ist, Gastgeber zu sein. Wir müssen danach streben, ein perfekter Ausrichter zu sein», sagte Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in einer Videobotschaft. Staatspräsident Jacob Zuma fügte hinzu: «Wir sind stolz. Wir glauben, wir werden die Welt überraschen.»
Stimmen der Trainer zur AuslosungPim Verbeek (Nationaltrainer Australien): «Das ist keine einfache Gruppe. Das erste Spiel gegen Deutschland ist für uns entscheidend. Als Holländer weiß ich, wie Deutschland zu schlagen ist.»
Carlos Dunga (Nationaltrainer Brasilien): «Unsere Gruppe ist die schwerste dieser WM. Die Welt des Fußball ist so eng zusammengerückt, da gibt es keine leichten Gegner mehr. Das Spiel gegen Portugal ist wie Brasilien A gegen Brasilien B, weil in Portugal viele gebürtige Brasilianer spielen.
Ottmar Hitzfeld (Nationaltrainer Schweiz): «Es hätte schlimmer kommen können. Spanien ist als Europameister für mich der klare Favorit. Wir sind mit Honduras und Chile auf Augenhöhe. Für Deutschland ist die Gruppe machbar. Serbien ist wohl der schwerste Gegner, aber das werden die Deutschen wohl schaffen.»
Otto Rehhagel (Nationaltrainer Griechenland): «Argentinien ist Favorit in unserer Gruppe. Ich hoffe, dass alle meine Spieler gesundbleiben. Das ist immer unser Problem. Jetzt beginnt die Vorbereitung.»
Bert van Marwijk (Nationaltrainer Niederlande): «Das ist eine sehr gefährliche Gruppe. Wir kennen unsere Gegner sehr genau, es gibt keine Geheimnisse. Dänemark ist sehr stark. Sie spielen unterhaltsamen Fußball wie wir, aber man darf auch Japan und Kamerun nicht unterschätzen.»
Morten Olsen (Nationaltrainer Dänemark): «Das ist weiß Gott keine leichte Gruppe. Wir sind schon froh, dass wir bei der WM sind. Gegen die Niederländer ist es immer verdammt schwer. Japan ist die beste Mannschaft Asiens, Kamerun hat sehr viel WM-Erfahrung, aber die Gruppe G ist die schwerste der WM.»
(nz/dpa/AP)