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Europameister ist nicht gleich Europameister: 

Klinsmann steht Babbel bei

16. Dez 2008 17:41
Diese Europameister halten zusammen: Klinsmann (l.) unterstützt Babbel
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Der Aufwärtstrend des VfB Stuttgart könnte durch die Verweigerungshaltung der DFL in der Trainerfrage ein Ende finden. Dabei geraten erneut DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Bayern-Coach Jürgen Klinsmann aneinander.

Für Europameister Markus Babbel wird es definitiv keine «Lex Matthäus» geben. Der Teamchef des VfB Stuttgart darf maximal bis zum Saisonende als Cheftrainer ohne Lizenz weiterarbeiten. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) teilte am Dienstag in Frankfurt/Main mit, dass die Ausnahmegenehmigung für den früheren Nationalspieler nur bis zum 30. Juni 2009 gelte. Dies habe die DFL dem Verein in Abstimmung mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereits in einem Schreiben vom 12. Dezember 2008 mitgeteilt. Noch vor Bekanntgabe dieser endgültigen Entscheidung hatte VfB-Sportdirektor Horst Heldt angekündigt, am Donnerstagabend direkt nach der Uefa-Cup-Partie gegen Standard Lüttich «Vertragsverlängerungen bekanntzugeben». Die Top-Personalie Babbel ist dabei reine Formsache.

Anders als die beiden Weltmeister Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann sowie Europameister Matthias Sammer als bekannteste Fußballpromis wird es für Babbel keine «Extrawurst» in der strittigen Trainerfrage geben. Cheftrainer eines Bundesligisten müssen künftig die Fußballlehrer-Lizenz besitzen, teilte die DFL kompromisslos mit. Es werde keine Sondergenehmigungen mehr für einen Kurzlehrgang oder sonstige Ausnahmeregelungen für verdienstvolle Nationalspieler oder andere ehemalige Profis geben.

«Ausgeschlossen»

«Im Fall des VfB Stuttgart wurde jedoch berücksichtigt, dass Markus Babbel Inhaber der Trainer-A-Lizenz ist und bereits Mitglied des Trainerstabes beim VfB Stuttgart war», begründete Holger Hieronymus, der DFL-Geschäftsführer Spielbetrieb, die derzeitige Sondererlaubnis für Babbel. Deshalb sei die Ausnahmegenehmigung bis zum Saisonende vertretbar. «Eine Verlängerung ist ausgeschlossen», betonte Hieronymus.

DFB-Sportdirektor Sammer, der einst selbst von der Sonderbehandlung profitiert hatte und nun einer der entschiedensten Gegner weiterer Ausnahmen ist, erklärte: «Die Verantwortlichen beim DFB, der DFL und bei den Vereinen sind sich einig, dass wir gut beraten sind, die Position und den Stellenwert des Trainers aufzuwerten. Es sollte daher selbstverständlich sein, dass wir bei der Ausbildung eine große fachliche Qualität gewährleisten, und das erfordert auch ein umfangreiches zeitliches Engagement beim Absolvieren des Fußballlehrer-Kurses.»

Viermal ungeschlagen

Babbels Engagement als Nachfolger des am 23. November entlassenen Armin Veh ist zunächst bis zur Winterpause begrenzt. Angesichts des Aufschwungs der seither viermal ungeschlagenen Schwaben würden die VfB-Verantwortlichen mit dem 36 Jahre alten Bayern am liebsten aber nicht nur bis zum Saisonende, sondern darüber hinaus verlängern. Wenn Babbel aber zum regelmäßigen, elf Monate dauernden Lehrgangsbesuch an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln gezwungen ist, kann er nach dem 30. Juni 2009 faktisch seine Funktion als Chefcoach nicht ausüben.

Ob die Stuttgarter trotz dieses endgültigen «Nein» der zuständigen Gremien weiterhin versuchen, eine Ausnahmegenehmigung durchzusetzen oder vorübergehend einen anderen Cheftrainer zu installieren und auf ihren Wunschkandidaten Babbel warten, ist offen. Heldt, am Nachmittag nicht erreichbar, hatte zuvor erklärt, man befasse sich jetzt nicht mit dem Thema Trainerlizenz.

Extrawurst nur für Lothar

Klinsmann hatte sich erst am Freitag für seinen einstigen Mitspieler stark gemacht. «Der Sonderlehrgang im Jahr 2000 war für die Welt- und Europameister und Markus Babbel ist nach wie vor einer der letzten Europameister. Er konnte damals wie auch Lothar Matthäus nicht teilnehmen, weil er selber noch gespielt hat. Bei Lothar hat man einen Parallelkurs gemacht, genauso gehört sich das bei Markus Babbel», sagte der ehemalige Nationaltrainer und jetzige Coach des FC Bayern München. Der DFB und der VfB sollten sich zusammensetzen und ein Konzept entwickeln. Eine besondere Regelung müsste nicht nur für Babbel gelten, sondern «für jeden, der aus dem Welt- und Europameister-Kreis noch vorhanden ist, denn alle müssen gleich behandelt werden. Das halte ich für ganz selbstverständlich», sagte Klinsmann. Babbel hatte dies begrüßt: «Ich glaube, Jürgen sieht die Sache gar nicht so verkehrt.» (dpa)

 
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