FC Bayern schlecht beraten:
Rückfall in alte Verhaltensmuster
16. Dez 2008 12:06
 |  Transferirrtum: Sebastian Messi oder Lionel Deisler? | Foto: AP |
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Die Herbstmeisterschaft konnte diesmal nicht in der Säbener Straße gefeiert werden.
Markus Lotter hat dem erfolgshungrigen FC Bayern München dafür einen anderen Titel verliehen: Meister der Verdrängung.
Es war Paul Breitners erste Dienstreise als Vorstandsberater des FC Bayern. Er sollte im Winter 2006/2007 noch einmal einen prüfenden Blick auf El Principito, den kleinen Prinzen, werfen. So nämlich wird Josè Ernesto Sosa in seiner Heimat genannt. Breitner jedenfalls war ganz außer sich vor Begeisterung, berichtete, dass der junge Argentinier von Estudiantes La Plata eine Mischung aus Sebastian Deisler und Lionel Messi wäre.
Sebastian Messi oder Lionel Deisler
Gestern nun hat Bayerns gutberatener Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge so ganz nebenbei von Abschied gesprochen. Man wolle Sebastian Messi ziehen lassen, nach Spanien oder England, Lionel Deisler habe den Durchbruch nicht geschafft. Ein Ausleihgeschäft ist denkbar, aber auch ein Weiterverkauf.
Bei all dem Geschick und Glück, das die Münchner vor eineinhalb Jahren mit der Verpflichtung von Luca Toni und Franck Ribèry hatten, wird leicht vergessen, in wie vielen Investitionsfällen doch beim FCB die sportliche Rendite ausgeblieben ist. Sosa kostete immerhin stolze 10 Millionen Euro, Breno, der Brasilianer, der nie spielen darf, sogar 12 Millionen Euro. Beide erweitern die fast schon legendäre Liste der bayerischen Fehleinkäufe und stellen erneut das Scouting des Rekordmeisters in Frage. Noch bemerkenswerter ist allerdings das Selbstbewusstsein, das Manager Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge aus den beiden Königstransfers geschöpft haben.
Eigenes Talent blockiert
Ein Selbstbewusstsein, das offensichtlich für die kommenden zehn Jahre reicht und all die Zweifel an der eigenen Personalpolitik verdrängt hat. Dabei sprechen die jüngsten Meldungen aus München für einen Rückfall der Bayern in alte Verhaltensmuster (das Interesse an Hamburgs Ivica Olic) und für das Ausbleiben eines Lerneffekts (das Interesse an den Gladbachern Marko Marin und Alexander Baumjohann). Womit mal wieder ein Talent aus den eigenen Reihen blockiert wäre, nämlich Toni Kroos, den man vor einem Jahr noch als das größte von allen gefeiert hatte.Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der Berliner Zeitung