Tor in der Nachspielzeit: 

netzeitung.deLuca Toni vermiest Hoffenheim den Herbsttitel

 Herausgeber: netzeitung.de

Bayerns Luca Toni (r.) mit Hoffenheims Schlussmann Daniel Haas (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bayerns Luca Toni (r.) mit Hoffenheims Schlussmann Daniel Haas
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Chance war da, doch am Ende reichte die Kraft nicht: 1899 Hoffenheim spielte gegen den FC Bayern lange Zeit gut mit, ehe die Münchner mit einem starken Endspurt ein weiteres Highlight des Aufsteigers verhinderten.

Der FC Bayern München hat die Machtverhältnisse in der Fußball-Bundesliga wieder zurechtgerückt und seine Chance auf den Gewinn der Herbstmeisterschaft gewahrt. Dank des «Last-Minute»-Tores von Luca Toni gewann der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena das Gipfeltreffen des 16. Spieltags gegen den Spitzenreiter mit 2:1 (0:0) und hat nun alle Möglichkeiten, nach dem holprigen Saisonstart doch noch als «Winterkönig» die Hinrunde zu beenden. Die Bayern haben das Südderby am kommenden Samstag beim VfB Stuttgart vor Augen, der nun punktgleiche Aufsteiger empfängt einen Tag später in Mannheim den FC Schalke 04.

Dank Weltmeister Toni und seinem achten Saisontreffer in der Nachspielzeit haben die Bayern die Kraftprobe gewonnen. In der 60. Minute hatte Philipp Lahm per Weitschuss Hoffenheims Führung durch den 18. Saisontreffer von Top-Torjäger Vedad Ibisevic (49.) ausgeglichen. Mit einer Klasse-Vorstellung nicht nur in der Offensive beeindruckte der Liga-Neuling aus der nordbadischen Provinz die Zuschauer in der Arena und Millionen vor den Bildschirmen - das Topspiel wurde live in 168 Ländern der Welt übertragen. Am Ende stand das Team von Trainer Ralf Rangnick allerdings mit leeren Händen da.

Nach den verbalen Scharmützeln, die sie sich unter der Woche geliefert hatten, eröffneten beide Kontrahenten ihr erstes Pflichtspielduell mit enormem Tempo, Mut zur Offensive und Chancen auf beiden Seiten. Demba Ba (7./9.) versuchte es zwei Mal, Luca Toni (12.) traf nach Zuspiel von Zé Roberto nur das Außennetz. Zwei Minuten später lieferte der italienische Weltmeister den ersten Aufreger, doch Schiedsrichter Florian Mayer fiel auf Tonis Schwalbe nicht herein und gab zu Recht keinen Strafstoß.

Die Mannschaft aus dem 3300-Seelendorf in Nordbaden zeigte mit mutigem und schnellem Offensivspiel, dass sie zu Recht an der Tabellenspitze steht. Nach flotter, aber torloser erster Halbzeit, in der die Bayern trotz mehr Ballbesitz kaum zwingende Chancen gegen den im Spiel nach vorne stets gefährlichen Provinzklub hatten, kam Hoffenheim hellwach aus der Kabine.

Lahms Schuss abgefälscht
Nach Zuspiel von Tobias Weis setzte sich Vedad Ibisevic gegen Massimo Oddo durch und ließ beim 18. Saisontor seine ganze Klasse aufblitzen. Es brannte weiter im Bayern-Strafraum, doch Torwart Michael Rensing (54.) und Lucio (55.) klärten in höchster Not. Dann fasste sich Lahm ein Herz und erzielte mit einem Schuss aus 16 Metern, der von Marvin Compper abgefälscht wurde, den Ausgleich. Nach Flanke von Oddo vergab Toni (68.) per Kopfball das zweite Bayern-Tor.

Hoffenheim sorgte mit schnellem Umschalten von Abwehr auf Angriff immer wieder für Gefahr und beeindruckte Bundestrainer Joachim Löw, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte. Die Bayern dominierten aber die Partie und ließen sich von den teilweise harten Attacken des Gegners nicht beeindrucken. Auf die meist über die linke Seite mit Wirbelwind Frank Ribéry vorgetragenen Angriffe hatte sich Hoffensheims Defensive schnell eingestellt, musste in der Nachspielzeit aber dennoch den entscheidenden Gegentreffer hinnehmen. (Christian Kunz, dpa)