29.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das Lächeln ist zurück: Pizarro freut sich mit Diego, Almeida und Tosic (v.r.)
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Werder Bremen hat vor eigenem Publikum Wiedergutmachung für die schwachen Leistungen der letzten Wochen betrieben. Harmlose Frankfurter hatten dem neu erwachten Offensivgeist rein gar nichts entgegenzusetzen.
Drei Tage nach dem Champions-League-Aus beim Fußball-Nobody Anorthosis Famagusta ist Werder Bremen in der Bundesliga eine Gala gelungen. Mit dem locker herausgespielten 5:0 (3:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt kam der zuletzt enttäuschende deutsche Vizemeister am Samstag völlig verdient zu drei Punkten und hielt damit Anschluss an die Plätze für die internationalen Wettbewerbe. Vor 40.087 Zuschauern im Weserstadion zeigten sich die Bremer vom Schock auf Zypern gut erholt und kamen durch Claudio Pizarros Saisontore acht bis zehn (11./20./62.) sowie Diego (44./Foulelfmeter) und Aaron Hunt (75.) zu ihren Toren. Die völlig enttäuschenden Frankfurter gingen leer aus.
Schaaf zufrieden: «Wir haben sehr gut agiert»Die Werder-Profis waren sichtlich um Wiedergutmachung bemüht, zeigten sowohl kämpferisch als auch spielerisch eine überzeugende Vorstellung. Die Bremer, bei denen wie gegen Famagusta Ersatzkeeper Christian Vander für den verletzten Tim Wiese im Tor stand und einen ruhigen Nachmittag verlebte, setzten die Gäste von Beginn an unter Druck, attackierten im Mittelfeld und spielten schnell nach vorne. Das wurde reichlich belohnt. «Es war Ruhe im Spiel, wir haben sehr gut agiert», lobte Trainer Thomas Schaaf sein Team: «Wir haben sehr, sehr gute Chancen gehabt.»
Bester Mann auf dem Platz neben dem Dreifach-Torschützen Pizarro war Torsten Frings. Der lange mit Formproblemen kämpfende Nationalspieler kommt immer besser in Schwung und zeigte gegen Frankfurt seine bisher beste Saisonleistung. Diego und Hunt, der für den letztmals rot-gesperrten Mesut Özil im linken Mittelfeld spielte, unterstützten Frings bei den druckvollen Offensivaktionen, waren aber nicht ganz so gefährlich und effektiv.
Frankfurt ohne ChanceDie Frankfurter, bei denen Faton Toski den Brasilianer Caio im Mittelfeld verdrängte, aber gegen Frings schlecht aussah, agierten harmlos. Gegen die drückend überlegenen Bremer kamen sie fast überhaupt nicht zu Entlastungsangriffen. Entsprechend ergab sich die einzige Chance des Spieles für Markus Steinhöfer nach einem katastrophalen Fehlpass von Frank Baumann. Nikos Liberopoulos kam als Regisseur überhaupt nicht zur Entfaltung.
Eintracht-Keeper Markus Pröll, der durch die Verletzung von Stammtorwart Oka Nikolov erstmals in dieser Saison von Beginn an spielen durfte, hatte reichlich zu tun und machte trotz der vielen Gegentreffer keine schlechte Figur. «Wenn man immer zwei Meter vom Mann steht und nur zuschaut, dann tut das schon weh», klagte der Keeper.
Eintracht-Keeper Pröll auf verlorenem PostenBei den Toren der Bremer hatte Pröll keine Chance. Zunächst schob der zuletzt enttäuschende Pizarro nach Vorbereitung von Frings und Querpass von Hugo Almeida ungestört ein, dann traf der peruanische Stürmer nach Frings-Vorarbeit mit einem Schuss in den Winkel. Anschließend verwandelte Diego einen Strafstoß, nachdem Habib Bellaid im Strafraum Hunt gefoult hatte. Nach dem Wechsel traf der starke Pizarro erneut, dieses Mal nach Doppelpass mit Almeida, und durfte bei seiner Auswechslung Ovationen entgegen nehmen. Den Schlusspunkt setzte Hunt mit einem Schuss aus knapp 15 Metern. (dpa)