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Nach der Schelte vom Wochenende: 

Schiedsrichter beklagen mangelnden Respekt

12. Nov 2008 13:33, ergänzt 14:24
Lautstarke Kritiker: Schiedsrichter Jochen Drees (l.) am Wochenende
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Während der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp sein Verhalten den Spielleitern gegenüber überdenken will, macht sich Volker Roth zum Wortführer der Referees. Am Montag treffen sich die Verantwortlichen am «Runden Tisch».

Die lautstarke und zumindest teilweise übertriebene Kritik an den Bundesliga-Schiedsrichtern hat Spuren hinterlassen, die Referees gehen nach den Attacken gegen sich nun in Person von Volker Roth in die Offensive.

Nachdem am vergangenen Wochenende zahlreiche Spieler und Trainer die Leistungen der Spielleiter moniert hatten, warf Schiedsrichter-Chef Roth den «Anklägern» nun fehlenden Respekt vor. «Mangelnder Respekt ist unser grundlegendes Problem. Der fehlt manchen Spielern und Trainern dem Schiedsrichter gegenüber», sagte Roth der «Sport Bild».

Hoffnung auf den «Runden Tisch»

Auch der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für Rechtsfragen zuständige Vizepräsident Rainer Koch meint, einen Sittenverfall erkannt zu haben. «Diese Art von Umgang können wir nicht dulden. Wir müssen wieder dazu kommen, dass wir respektvoll miteinander umgehen», forderte Koch am Dienstagabend im Deutschen Sportfernsehen (DSF).

Roth erhofft sich vom «Runden Tisch» am kommenden Montag in München einen Schritt nach vorne. «Das Verständnis füreinander wird mit diesem Treffen verbessert», meinte der 66-Jährige.

Klopps Entschuldigung

An der zweiten Zusammenkunft von Schiedsrichtern und Liga- Verantwortlichen nehmen unter anderen Bayern-Manager Uli Hoeneß, Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Wolfsburgs Trainer Felix Magath teil. Die Unparteiischen werden unter anderen von Koch, Roth, Fifa-Referee Herbert Fandel und Lehrwart Eugen Strigel vertreten.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, der nach dem Spiel von Borussia Dortmund in Hamburg (1:2) Referee Jochen Drees heftig kritisiert hatte, zeigte sich mit einigen Tagen Abstand einsichtig. «Was da jetzt entstanden ist, tut mir leid. In Zukunft wird mich niemand in der Nähe der Schiedsrichter sehen», versprach der BVB-Coach. Gleichwohl wehrte sich Klopp in der «Bild»-Zeitung dagegen, jetzt zusammen mit anderen an den Pranger gestellt zu werden: «Dass ich jetzt in Bezug auf Respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichtern mit Jens Lehmann und anderen in eine Tonne geschmissen werden soll, sehe ich nicht ein.»

3.000 Euro Strafe für Pizarro

Roth kritisierte die Verhaltensweise des Dortmunder Trainers heftig. «Jürgen Klopp hat seine Vorbildfunktion mit Füßen getreten.» Klopp, gegen den der Kontrollausschuss des DFB Ermittlungen eingeleitet hat, fürchtet deshalb, «dass sie jetzt an mir ein Exempel statuieren werden.»

Koch verwies dagegen darauf, dass das Sportgericht durchaus registriere, wenn die Betroffenen ihre Fehler eingestehen. Dies habe das Beispiel des Bremers Claudio Pizarro gezeigt, der sich für seine Schiedsrichter-Kritik entschuldigt hatte und deshalb mit einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro davongekommen war. «Dann machen wir auch unsererseits Angebote, weil es uns nicht darum geht, Spieler permanent zu bestrafen, sondern einen besseren und verständnisvolleren Umgang zwischen Spielern und Schiedsrichtern zu schaffen», sagte Koch. (dpa/nz)

 
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