11. Nov 2008 14:28
Die Enthaltsamkeit der Torjäger ist zu Ende: In der Bundesliga fallen so viele Tore wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Selbst im europäischen Vergleich ist die Liga ganz vorne.
Den Trend vorgegeben hat die deutsche Nationalmannschaft, bei der Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen Nachfolger Joachim Löw den attraktiven Offensiv-Fußball gefördert haben. So blieb die DFB- Auswahl im EM-Jahr 2008 nur ein einziges Mal ohne Torerfolg - ausgerechnet im EM-Finale gegen Spanien (0:1). Bei einem Verhältnis von 39:14 Treffern in 15 Länderspielen fielen im Schnitt 3,26 Tore. Maßgeblichen Anteil an der Torflut in der Liga hat der forsche Aufsteiger 1899 Hoffenheim, der bisher die meisten Tore erzielt und als Tabellenzweiter die Überflieger-Rolle übernommen hat. «Wir sind eben ein hungriges Team», sagte forsch der Nigerianer Chinedu Obasi (5 Saisontore), der mit dem Senegalesen Demba Ba (6) und dem Liga- Top-Torschützen Vedad Ibisevic (13) den erfolgreichsten Angriff aller 18 Clubs stellt. Statt auf Sicherheit zu setzen, will Ralf Rangnick («Die Null muss nicht unbedingt stehen») lieber mehr Tore erzielen als die Gegner. «Warum soll ich bei drei Stürmern, die diese Qualität und Form haben, einen draußen lassen?», fragte der Erfolgscoach kess, nachdem sein Team unter anderem gegen Dortmund (4:1), Bremen (4:5), Hannover (5:2) und Hamburg (3:0) an Tor-Spektakeln beteiligt war.