Wie der stille Schaaf zeigte aber auch der impulsive Klinsmann die für ihn typische Reaktion. «Wir liegen im Moment auf dem Boden. Aber wir werden wieder aufstehen und vielleicht noch stärker sein als vorher», mutmaßte der Bayern-Trainer, der nach der gemeinsamen Zusammenkunft in der Kabine im Gegensatz zu den Vorständen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß Rede und Antwort stand. Wortlos dampfte auch Bayerns unsicherer Keeper Michael Rensing ab, nachdem mit der ersten Niederlage im 28. Bundesliga-Spiel seine Erfolgsserie gerissen war. Der Nachfolger von Oliver Kahn wusste genau, dass nicht nur auf die Mannschaft, sondern speziell auf ihn turbulente Tage zukommen. «Nach so einer Leistung ist Kritik sicher angebracht», sagte Doppel-Torschütze Borowski. «Aber Fehler sollte man nicht beim Nachbarn suchen, sondern bei sich selbst.»
Die Bremer wollen nun im DFB-Pokal bei Erzgebirge Aue nachlegen, die Münchner sich im bayerisch-fränkischen Derby gegen den 1. FC Nürnberg rehabilitieren. Für dieses Spiel soll Franck Ribéry, dessen Spielwitz gegen Bremen fehlte, laut Klinsmann in den Kader zurückkehren. Beim Treffer zum 0:5 klatschte sein Töchterchen mit dem Lolly im Mund den Bremern Beifall – bald will der Vater wieder dafür sorgen, dass nur der «richtigen» Mannschaft applaudiert wird. (Christian Kunz, dpa)