19.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Werders Diego (l.) im Zweikampf mit Ze Roberto
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nicht nur das Aufeinandertreffen der Champions-League-Teilnehmer Bayern München und Werder Bremen sorgt bei den Fans für Vorfreude. In Wolfsburg und Stuttgart geht es vor ausverkauftem Haus gegen ungeliebte Nachbarn.
Bukarest und Famagusta sind Vergangenheit, für die Profis von Bayern München und Werder Bremen zählt vor dem ersten Gipfeltreffen der neuen Bundesliga-Saison nur die Gegenwart. Titelverteidiger und Cupsieger gegen den Meisterschafts-Zweiten, «Klinsmann-Express» gegen Angriffs-Maschinerie - doch aktuell ist es das Duell der Gegensätze.
Die Roten aus München können und wollen Tabellenführer werden, die Grün-Weißen aus Bremen sehnen den Befreiungsschlag herbei. «Wir treffen auf den angeschossenen Löwen», sagt der ehemalige Bremer Tim Borowski über den Münchner Dauer- Rivalen der vergangenen Jahre.
Derbys in Wolfsburg und StuttgartBayern gegen Bremen als Glanzlicht, die Derbys in Wolfsburg und Stuttgart als Auseinandersetzungen von Brisanz. Großinvestor VfL Wolfsburg ist wie Spitzenreiter Hamburger SV noch ungeschlagen, dümpelt sportlich-spielerisch aber, so dass Trainer-Manager Felix Magath nicht restlos zufrieden sein kann. Doch anders als der HSV (0:0 gegen Urziceni) gestalteten die Niedersachsen die Generalprobe im Uefa-Pokal mit dem 1:0 gegen Rapid Bukarest erfolgreich.
Auch der VfB Stuttgart (2:1 bei Cherno More Warna) siegte dank zweier Tore von Mario Gomez auf internationaler Bühne und hat gegen den Karlsruher SC zudem einen riesigen statistischen Vorteil: Der letzte KSC-Erfolg bei den Schwaben (2:1 am 13. Februar 1965) liegt Ewigkeiten zurück.
Werder ohne FringsBremen reist nach der Nullnummer gegen Anorthosis Famagusta mit reichlich Ballast im Gepäck zu den selbstbewussten Bayern. Zudem muss Trainer Thomas Schaaf aller Voraussicht nach gleich vier potenzielle Stammspieler ersetzen. Nationalspieler Torsten Frings musste das Training am Freitag wegen muskulärer Probleme abbrechen und bleibt ebenso zu Hause wie Verteidiger Clemens Fritz, der Grippe hat. Mittelfeldspieler Daniel Jensen hat eine Achillessehnenverletzung, Angreifer Hugo Almeida leidet unter Rückenbeschwerden.
«Das wird wie ein Champions-League-Spiel. Da gibt es keine Punkte für Bremen», prophezeit Daniel van Buyten, Schütze des Siegtreffers der Münchner in Bukarest. Doch einer warnt: «Sie werden nicht mit hängenden Köpfen kommen. Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen», schreibt Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der Elf von Trainer Jürgen Klinsmann vor.
Ribéry weiter nicht dabeiEin «Pferdekuss» aus der Partie in Rumänien macht bei den Bayern den Einsatz des ehemaligen Bremers Miroslav Klose fraglich, für den Lukas Podolski die Angriffs-Alternative ist. Münchens Inspirator Franck Ribéry bleibt nach einer Muskelverletzung weiter nur die Zuschauerrolle. Für den ehemaligen Münchner Claudio Pizarro bietet sich mit Werder in der Allianz-Arena die willkommene Möglichkeit, «unsere Situation entscheidend zu verbessern».
Das gelang Armin Vehs Schwaben in Bulgarien trotz des Erfolgs nicht. Im Gegenteil: Veh war sauer ob der pomadigen Einstellung seines Teams. «So brauchen wir in der Bundesliga gar nicht mehr anzutreten. Gegen den KSC erwarte ich eine ganz andere Mannschaft», forderte der VfB-Coach. Das letzte schwäbisch-badische Derby am 23. Februar (3:1 für den VfB) stand kurz vor dem Eklat, unverbesserliche Pseudo-Fans auf den Rängen provozierten mit bengalischen Feuern und Leuchtraketen beinahe den Abbruch. Und zwischen Gomez und seinem Widerpart Maik Franz (Gomez: «Dieses Arschloch») entwickelte sich eine persönliche Rivalität.
Für den Tabellenletzten Energie Cottbus (gegen Bochum), Arminia Bielefeld (gegen Köln) und Eintracht Frankfurt (bei Schalke 04) weist der fünfte Spieltag die Richtung: Das Trio ist noch ohne Sieg. Bielefelds Trainer Michael Frontzeck spricht indirekt für seine Kollegen Bojan Prasnikar (Cottbus) und Friedhelm Funkel (Frankfurt): «Nerven behalten» - weiter ausbleibende Erfolge indes würden erste gravierende Krisen-Situationen heraufbeschwören. (dpa/nz)