Neuzugänge für 150 Millionen Euro: 

netzeitung.deAngriff auf die Bayern?

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Letzter Neuzugang: Andrej Woronin kam aus Liverpool nach Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Letzter Neuzugang: Andrej Woronin kam aus Liverpool nach Berlin
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Die derzeitige Bundesligatabelle führen Schalke 04 und der Hamburger SV an, beide Vereine sind auch unter den Top 3 der Transferausgaben. Der Rekordmeister aus München verfolgt eine andere Strategie.

Mit hohen Investitionen auf dem Transfermarkt will die Konkurrenz die Vormachtstellung des enthaltsamen Branchenriesen Bayern München angreifen. Bis zum Ende der Wechselfrist an diesem Montag (24.00 Uhr) haben die 18 Vereine insgesamt 150,95 Millionen Euro in 138 neue Spieler investiert. Damit blieb die Eliteliga deutlich hinter der Rekordmarke des Vorjahres (194,38) zurück. Das ergab eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch die Einnahmen sind gegenüber der Saison 2007/2008 (110,25 Millionen Euro) gesunken. Die Klubs gaben insgesamt 149 Profis ab und erlösten nur 70,40 Millionen Euro.

Kurz vor Transferschluss lockte Hertha BSC Andrej Woronin aus der englischen Premier League nach Berlin. Der Fußball-Bundesligist einigte sich mit dem FC Liverpool und dem ukrainischen Nationalstürmer über ein Ausleihgeschäft. Der Ex-Leverkusener unterschrieb beim deutschen Hauptstadtklub einen Kontrakt bis zum Saisonende ohne jede weitere Optionen.

HSV macht ernst
Ebenfalls in der «Nachspielzeit» kam der Hamburger SV richtig in Fahrt. Für die nach dem Start der 46. Saison verpflichteten vier Akteure Marcell Jansen (Bayern München/8,0), die Brasilianer Thiago Neves (Fluminense/7,5) und Alex Silva (Sao Paulo/6,2) sowie Mladen Petric (Borussia Dortmund/4,8) griffen die Hanseaten tief in die Tasche. Mit den 1,5 Millionen Euro für den Freiburger Dennis Aogo summieren sich die Ausgaben auf 28 Millionen Euro. Damit liegt der HSV gleichauf mit dem VfL Wolfsburg.

«Wir sind froh, dass die Wechselfrist zu Ende ist. Es war eine sehr anstrengende Zeit», sagte HSV-Chef Bernd Hoffmann fast erleichtert. Wie gut das durch die Verkäufe von Rafael van der Vaart (15,0) und Vincent Kompany (8,0) eingenommene Geld reinvestiert ist, wird sich zeigen. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ist aber sicher: «Wir haben unsere Substanz verbessert.»

VW lässt sich nicht lumpen
Nach dem 20-jährigen brasilianischen Stürmer Caiuby Francisco da Silva (2,5) holten die «Wölfe» am Montag auch noch Abwehrspieler Bernd Korzynietz (29) vom Ligarivalen Arminia Bielefeld und den Schweizer U21-Nationaltorwart Marwin Hitz (20) vom FC St. Gallen. Korzynietz wurde bis Saisonende ausgeliehen, Hitz erhielt einen Vertrag bis 2011. Zuvor hatte sich Trainer Felix Magath mit Hilfe von Hauptsponsor VW fast jeden Wunsch erfüllen können und Italiens Weltmeister Andrea Barzagli (14,0) und Cristian Zaccardo (7,0) sowie Zvjezdan Misimovic (4,0/Nürnberg) nach Wolfsburg gelockt. «Unser Ziel ist es, uns in der Bundesligaspitze zu etablieren und international zu spielen», sagte Magath, der seine Elf für die Zusatzbelastung im Uefa-Cup nun gerüstet sieht.

Auf Platz drei der Einkaufsrangliste steht der FC Schalke 04, der sich für 15,5 Millionen Euro die beiden Stars Jefferson Farfan und Orlando Engelaar leistete. Dahinter folgen Bayer Leverkusen (11,4), Aufsteiger 1899 Hoffenheim (10,70) und Borussia Dortmund (10,25). Die Borussen glauben fest an einen guten Tausch – Mohamed Zidan plus 4,8 Millionen Euro gegen Petric. Auch Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick konnte dank der Millionen von SAP-Gründer Dietmar Hopp auf Shoppingtour gehen und rief damit zahlreiche Neider auf den Plan.

Klinsmann ist teuer genug
Klasse statt Masse - das gilt fast für die gesamte Liga. In wirtschaftlich schweren Zeiten schauen die Manager und Trainer genau hin, für wen sie ihr Geld ausgeben. Dennoch: Hätten die Bayern, die bis auf eine Leihgebühr für den nachverpflichteten Jansen-Ersatz Massimo Oddo (AC Mailand) keinen Cent Ablösesumme ausgaben, ähnlich tief in die Schatulle gegriffen wie im Vorjahr (72,2), wäre sogar die 200-Millionen-Euro-«Schallmauer» gefallen. Doch das Geld gab Bayern-Manager Uli Hoeneß in diesem Jahr lieber für den neuen Chefcoach Jürgen Klinsmann, dessen stark erweitertes Trainerteam und den Umbau des nun hochmodernen Zentrums an der Säbener Straße aus. Die Saisonziele bleiben aber immer die gleichen. «Bei Bayern werden Titel erwartet», sagte Klinsmann.

In Stürmer Claudio Pizarro lieh sich der insgesamt äußerst zurückhaltende Vizemeister Werder Bremen einen alten Bekannten aus England aus, Borussia Mönchengladbach legte am Montag mit dem amerikanischen Mittelfeldspieler Michael Bradley (2,5) nach. Das wenigste Geld hatten der Karlsruher SC (1,4) und Energie Cottbus (1,7) zur Verfügung. (dpa)