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Hertha gibt wieder den Aufbaugegner: 

Bayern kommt «so langsam ins Rollen»

01. Sep 2008 11:35, ergänzt 11:44
Dank an die Kollegen: Klose (l.) mit Schweinsteiger und Toni
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Beim ersten Saisonsieg des FC Bayern platzten gleich mehrere Knoten. Den emotionalsten Abend erlebte Miroslav Klose, der sich nach einigen frustrierenden Momenten über ein Geschenk seiner Kollegen freuen durfte.

Als sich scheinbar alles gegen ihn verschworen hatte, starteten die Teamkollegen ihre Aktion «ein Herz für Klose». Nach kurzer Diskussion mit Luca Toni reichte Bastian Schweinsteiger, der kurz zuvor den ersten Elfmeter der Partie verwandelt hatte, den Ball an Miroslav Klose zurück - und der Fußball-Nationalstürmer verwandelte unter dem tosenden Beifall der Zuschauer den Elfmeter. «Es war ein großes Zeichen der Beiden», bedankte sich Klose für die unverhofften Samariterdienste der Kollegen, die ihm beim 4:1 (1:0)-Sieg des FC Bayern gegen den willfährigen Aufbaugegner Hertha BSC zur Erlösung nach sechs quälenden Monaten ohne Bundesliga-Tor verhalfen.

Erst Frust, dann Lust

«Ich war als Schütze nicht vorgesehen, aber so eine Chance darf man sich nicht entgehen lassen», schilderte Klose: «Ich habe den Elfer ziemlich sicher verwandelt.» Bis zum Glücksmoment in der 70. Minute hatte er vergeblich gerackert, gedribbelt, geschossen und geköpft - aber jubeln konnte er nur nach den Treffern von Toni (12.), Philipp Lahm (54.) und Schweinsteiger (56./Foulelfmeter). Als in der 59. Minute der Ball vom Pfosten zurück ins Feld sprang, reagierte er seinen Frust sogar mit einem Tritt und Hieb gegen das Torgestänge ab. «In der Szene mache ich eigentlich alles richtig. Aber wenn man die Seuche hat, geht selbst so ein Ball noch daneben», klagte Klose.

Nach dem Spiel konnte er endlich wieder strahlen - ebenso wie Jürgen Klinsmann. Es war endlich ein perfekter Tag für die Bayern, «und ein wichtiger Sieg, auch für den Trainer», wie Schweinsteiger bemerkte. «So langsam kommen wir ins Rollen», erklärte Klinsmann lächelnd am Sonntagabend, an dem er viel riskiert und gewonnen hatte. Das Festhalten an Klose und die Umstellung auf eine Dreierkette um den starken Rückkehrer Martin Demichelis in der Abwehr waren Bausteine des ersten Saisonsieges, «nach dem bei uns endlich Ruhe einkehrt», wie der herausragende Nationalspieler Lahm betonte.

«Weltklasse kann man nicht ersetzen»

Uli Hoeneß führte gleich mehrere Gründe für die Wende zum Guten beim deutschen Meister an. «Die Mannschaft wird jetzt langsam fit, die Verletzten kommen zurück und die EM-Teilnehmer kommen in Form.» Bundesliga-Torschützenkönig Toni war mit dem Treffer zum 1:0 wieder einmal der Türöffner. Und Demichelis gab der neuen Abwehrformation Halt. «Weltklasse kann man nicht ersetzen, ob in einer Vierer-, Dreier- oder Siebenerkette», hob Hoeneß die Bedeutung der individuellen Klasse von Spielern wie Toni oder Demichelis hervor.

Das «wunderbare Fußballspiel» (Hoeneß) wurde sogar zum Happy-End für Klose, derweil Lukas Podolski einmal mehr grummelnd auf der Bank schmoren musste. «Lukas ist in Lauerstellung. Er muss hungrig sein, hungrig bleiben», beschied Klinsmann den «Herausforderer» im Sturm.

Hertha gibt sich kleinlaut

Als dankbarer Bayern-Aufbaugegner erwiesen sich einmal mehr die Berliner. «Hertha und München - das klappt überhaupt nicht», stöhnte Nationalspieler Arne Friedrich. 31 Jahre liegt der letzte Hertha-Sieg bei den Bayern zurück. «So ein unterlegenes Spiel wie dieses habe ich selten erlebt», gestand Friedrich nach 90 Minuten, in denen nur Marko Pantelic beim 1:4 (83.) ein kleines Erfolgserlebnis verbuchte. Trainer Lucien Favre verspürte zeitweise «Panik», Manager Dieter Hoeneß «Angst». Statt Sprung auf Platz eins gab es einen Absturz auf Rang zehn: «Das ist ein kleiner Rückschlag», urteilte Dieter Hoeneß milde. (dpa)

 
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