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HSV greift nach den Sternen
31. Aug 2008 15:24
 |  Thiago Neves: Neuzugang und Hoffnungsträger | Foto: dpa |
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Der HSV holt den Brasilianer Thiago Neves – als teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte. Die «gleiche Qualität wie Rafael van der Vaart», bescheinigt HSV-Trainer Martin Jol dem Neuzugang.
Offensive Einkaufspolitik, ansehnliches Punktekonto, tolle Moral - beim Hamburger SV reifen Träume von einer Saison auf Augenhöhe mit Branchenprimus Bayern München. Noch Minuten nach dem Abpfiff feierten die Fans zusammen mit der Mannschaft ausgelassen die erfolgreiche Aufholjagd bei Arminia Bielefeld.
Das 4:2 (1:2) nach 0:2-Rückstand bestärkte alle Beteiligten in ihrem Glauben, dass beim ambitionierten Traditionsclub die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit immer kleiner wird. So wähnt der zweifache Torschütze Bastian Reinhardt den HSV auf bestem Weg zu einem echten Spitzenteam: «Noch wollen wir uns nicht mit den Münchnern vergleichen. Aber es ist schon eindrucksvoll, wie wir zurückgekommen sind. Das lässt einiges erwarten.»
Nicht nur die 28 Millionen Euro teuren Last-Minute-Transfers, mit denen die Vereinsführung für Schlagzeilen sorgte, unterstreichen die Ambitionen. Auch ohne die noch fehlenden Neuzugänge Alex Silva und Thiago Neves nahmen die Hamburger Kurs Richtung Tabellenspitze. Wie schon vor zwei Wochen im Duell mit Titelverteidiger FC Bayern ließen sie sich auch diesmal nicht von einem 0:2 schrecken. Tore von Reinhardt (40./50.), Ivica Olic (64.) und David Jarolim (77.) wendeten die drohende erste Saisonschlappe ab.
«Haben wir hervorragend gemacht»
Alle Sorgen, die Abgänge von Spielmacher Rafael van der Vaart und Abwehrspieler Vincent Kompany nicht kompensieren zu können, erwiesen sich als unbegründet. «Bedenkt man unsere Probleme, haben wir das bisher hervorragend gemacht», befand Trainer Martin Jol.Immerhin verbuchte der HSV in drei Spielen mit zwei Auswärtsreisen bereits sieben Punkte. Ausgerechnet der ehemalige Bielefelder Reinhardt leitete die Wende zum Guten ein. Im Stile eines Torjägers brachte der Manndecker sein Team nach Gegentoren durch Chris Katongo (9.) und Artur Wichniarek (37.) zurück ins Spiel. «Zwei Treffer sind mir zuletzt vor sieben Jahren für die Arminia in Frankfurt gelungen», kommentierte Reinhardt freudestrahlend.
Groß ist die Hoffnung
Den Sieg in Bielefeld wertete Neuzugang Marcell Jansen als Einstand nach Maß: «Diese Mannschaft hat Potenzial und tolle Moral bewiesen.» Der zwei Tage zuvor aus München transferierte Nationalspieler stand als einziger Neuzugang in der Startelf, dagegen musste sich Mladen Petric bis zur 46. Minute gedulden. Groß ist die Hoffnung, dass Silva und Neves einen zusätzlichen Leistungsschub bewirken. Allerdings warnte Torhüter Frank Rost vor übertriebenen Erwartungen: «Einer wie Jansen wird keine Eingewöhnungsprobleme haben. Aber die beiden Brasilianer brauchen erfahrungsgemäß ein halbes Jahr.»
Auf Neves, der mit mehr als neun Millionen Euro teuerste Transfer in der Klubgeschichte des HSV, lastet ein hoher Erwartungsdruck. «Thiago hat ungefähr die gleiche Qualität wie Rafael van der Vaart, er ist ein hervorragender Spieler für die Position mit der Nummer zehn», sagte Jol bei der Vorstellung am Sonntag. «Ich bin sehr zufrieden mit den Neuzugängen, die uns noch stärker machen werden.»
Fünf-Jahres-Vertrag für Neves
«Es war nicht einmal eine Frage des Gehalts, da Fluminense mir am Ende mehr als Hamburg geboten hat. Aber es ist eine Herausforderung für mich. Ich bin sehr glücklich, denn der Transfer war sehr kompliziert», sagte der 23-jährige Neves nach dem medizinischen Check und der Unterschrift unter einen Fünf-Jahres-Vertrag. In den vergangenen Tagen hatten der spanische Champions-League-Teilnehmer Atlético Madrid und sein eigener Verein noch mehr Geld geboten. (nz/dpa)