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Aufatmen beim 1. FC Köln: 

Özat auf dem Weg der Besserung

30. Aug 2008 12:06, ergänzt 13:46
Ümit Özat wird während der Partie in Karlsruhe vom Platz getragen.
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Entwarnung beim 1. FC Köln: Der auf dem Spielfeld bewusstlos zusammengesackte Fußball-Profi Ümit Özat kann wieder nach Hause zurückkehren. Für den Zusammenbruch haben die Ärzte eine einfache Erklärung.

In solchen Schreckmomenten rückt der Fußball in den Hintergrund. Der Zusammenbruch von Kölns Kapitän Ümit Özat beim 2:0 (0:0)-Erfolg der Rheinländer beim Karlsruher SC lief am Ende glimpflich ab - doch er versetzte Spielern, Trainern und Zuschauern einen Schock. Inzwischen können sie wieder durchatmen. Der 31-jährige Özat ist auf dem Weg der Besserung. Wahrscheinlich habe der Türke einen Kreislaufkollaps erlitten, weil er zu wenig gegessen und getrunken habe, sagte ein FC-Sprecher am Samstag. Sein Zustand sei stabil und er werde noch im Laufe des Tages nach Köln zurückkehren.

Rückblick: Abwehrspieler Özat taumelt, sackt in der 27. Spielminute ohne Einwirkung eines Gegenspielers bewusstlos zusammen. Spieler gestikulieren panisch, Ärzte und Sanitäter eilen hektisch herbei, den 29.308 Zuschauern stockt der Atem. Stille im Wildparkstadion. «Er lag völlig leblos am Boden. Der Puls kam nur ganz kurz, dann war er wieder weg», schildert KSC-Mannschaftsarzt Marcus Schweizer. Der Türke befindet sich vorübergehend in einem lebensbedrohlichen Zustand, Wiederbelebungsmaßnahmen werden angewendet.

Trainer Christoph Daum stehen Tränen in den Augen, der kolumbianische FC-Torwart Fary Mondragon weint hemmungslos. «Sein Gesicht, seine Augen haben mich das Schlimmste befürchten lassen», erklärte der Keeper anschließend. Es folgen bange Minuten, bis der Stadionsprecher Entwarnung gibt und das Spiel fortgesetzt wird. Der Zwischenfall weckt Erinnerungen an die plötzlichen Herztode von Mariano Puerta (FC Sevilla) und den Kameruner Nationalspieler Marc- Vievien Foé.

Daum als Vaterfigur

Vor dem Mikrofon zögert Daum, schluckt und spricht dann mit ruhiger gefasster Stimme: «Hier geht es auch um Menschen, hier geht es nicht nur um Punkte und Siege.» Der Kollaps von Özat nimmt den 54- Jährigen sichtlich mit. «Er bezeichnet mich immer wieder als seinen Vater», beschreibt Daum sein Verhältnis zu seinem Spieler, den er schon zwei Jahre bei Fenerbahce Istanbul trainierte.

Noch am späten Freitagabend besuchte Daum ihn im Städtischen Klinikum in Karlsruhe. «Im Krankenhaus habe ich wieder den Kämpfer Ümit gesehen, der am liebsten aus dem Bett springen möchte und zurück aufs Spielfeld will. Er war mehr bei seinem FC als bei seinem Gesundheitszustand.» Özat wolle so schnell wie möglich wieder Fußball spielen.

Einsatz für den Kapitän

Zuvor kämpften Özats Mitspieler für ihren Kapitän. «Das hat uns noch ein bisschen mehr Kraft gegeben», sagte Milivoje Novakovic. Der slowenische Torjäger mit seinem dritten Saisontreffer (72.) und der Rumäne Sergiu Radu (84.) sicherten dem Aufsteiger den ersten Saisonsieg und den ersten «Dreier» in der Bundesliga seit dem 13. Mai 2006.

KSC-Trainer Edmund Becker wirkte nach dem schwachen Auftritt seiner Mannschaft, die sich viele Fehlpässe leistete, unzufrieden und ratlos: «Man sollte von unserer Seite aus nicht so viel in den Zwischenfall hineininterpretieren. Wir waren auch davor nicht präsent», sagte der 52-Jährige nach der zweiten Saisonpleite der Badener. (Kristina Puck, dpa)

 
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