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Zurück in der Eliteliga: 

Gegensätzliche Konzepte - Gladbach und Köln

25. Jul 2008 12:43
Ehrgeiziger Trainer: Christoph Daum
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Der Mönchengladbacher Trainer Jos Luhukay ist ein Mann der leisen Töne. Sein Pendant auf Kölner Seite bevorzugt markige Sprüche, Daum will «25 Stunden am Tag» arbeiten.

Die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga, die große Tradition und die unerschütterliche Anhänglichkeit der Fans - viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach sind drei Wochen vor Saisonbeginn kaum zu finden. «Drinbleiben und attraktiv spielen» lauten Jos Luhukays bescheidene Ansprüche. Sein Kölner Trainer-Kollege Christoph Daum ist ungleich vollmundiger: «Ich gehe eigentlich davon aus, dass wir unser Ziel Mittelfeldplatz erreichen werden.»

Das wäre für Daum wie eine deutsche Meisterschaft. Und der Motivator will sogar «25 Stunden am Tag» dafür arbeiten, dass der FC dem «Teufelskreis» entfliehen kann, wie Manager Michael Meier den Fahrstuhl-Effekt der Auf- und Abstiege bezeichnete. Am Geißbockheim herrscht eine Investitions- und Experimentierfreudigkeit wie selten. Für die Hoffnungsträger Manasseh Ishiaku und Pedro Geromel gab der FC deutlich mehr als vier Millionen Euro aus - laut Meier ein «kalkulierbares Risiko» mit einer von Daum klar ausgesprochenen Intention: «Den 1. FC Köln in der Bundesliga zu etablieren.»

«Nie wieder Zweitklassig»

Zweitklassigkeit dürfe der Club «nie wieder erleben», sagte Meier, der im Doppelpass mit Daum wagnisbereit wie selten wirkt. Die Geld-Schatulle ist keineswegs geschlossen, Meier war sogar bereit, den Fans und deren Liebling Lukas Podolski einen Herzenswunsch zu erfüllen. Das abenteuerlustige Projekt, den «verlorenen Sohn» für etwa 15 Millionen Euro aus München an den Rhein zurückzuholen, nahm in Köln zwischenzeitlich konkrete Formen an.

Kein Transfer-Aktionismus

Erstaunlich gelassen bereitet sich hingegen Zweitliga-Meister Borussia Mönchengladbach auf die Rückkehr in die Bundesliga vor. Den hohen Erwartungen im Umfeld setzen Trainer Luhukay und Sportdirektor Christian Ziege Realitäten entgegen. «Es ist doch völlig klar, dass wir zunächst gegen den Abstieg spielen. Das muss man erst mal überstehen», sagte Ziege. Für dieses Saisonziel hat der Club dem früher gern praktizierten Transfer-Aktionismus einen Riegel vorgeschoben.

Knapp 3,5 Millionen Euro haben die Gladbacher für vier neue Profis ausgegeben. Dabei soll es vorläufig bleiben. «Wir trauen dem Kader zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. So haben wir die Mannschaft im vergangenen Jahr zusammengestellt», betonte Luhukay, der in Karim Matmour, Gal Alberman, Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Jean-Sebastien Jaures vier Neue für alle Mannschaftsteile integrieren muss. Nach den ersten Testspielen fiel sein Urteil zufriedenstellend aus. «Die Neuen zeigen, warum wir sie geholt haben», sagte der Borussen-Trainer.

Beispiel Karlsruher SC

Luhukay hat sich mit seiner ruhigen und besonnenen Art in Mönchengladbach längst etabliert. Seine Vorstellungen will er auch in der Bundesliga umsetzen: nicht nur erfolgreich, sondern zudem attraktiv spielen. «Wir erheben weiterhin den Anspruch an uns selbst, guten und offensiven Fußball zu zeigen», sagte der Niederländer. Und Ziege betonte, dass man diese Ziele nicht nur mit hohen Investitionen erreichen kann: «Mit gutem Zusammenhalt und vernünftiger Qualität kann man in der Bundesliga bestehen. Das zeigt das Beispiel Karlsruher SC.» (nz/dpa)

 
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