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Schulterschluss gegen Bundeskartellamt: 

Bundesliga befürchtet Millionen-Verluste

20. Jul 2008 13:37
Die Spieltags-Zusammenfassungen in der ARD steht weiter auf dem Prüfstand.
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Dass die Bundesliga auch künftig im Free-TV zu sehen sein soll, stößt den Liga-Machern bitter auf. Nun haben die Deutsche Fußball Liga und der Deutsche Fußball-Bund eine gemeinsame Front gegen das Bundeskartellamt gebildet.

Die Sorge um Millionen-Verluste bei der TV- Vermarktung treibt die Deutsche Fußball Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum Schulterschluss gegen das Bundeskartellamt. Beide Dachverbände übten scharfe Kritik an den Wettbewerbshütern, die weiterhin eine Zusammenfassung der Bundesliga-Spiele am Samstag vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen (Free-TV) fordern. Der Sechsjahresvertrag der DFL mit der Kirch-Tochter Sirius mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro droht deshalb zu scheitern. Die Gespräche sollen dennoch in dieser Woche fortgesetzt werden.

«Sollte die Forderung des Kartellamtes umgesetzt werden müssen, würde das nicht nur dem neuen TV-Modell die Grundlage entziehen, die nationale TV-Vermarktung wäre schwieriger denn je», betonte DFL- Vorstand Christian Seifert in der «Bild-Zeitung». Auch der DFB, der vom Milliarden-Vertrag mit Kirch jährlich drei Millionen Euro zusätzlich erwartet, schloss sich der Kritik an. «Das Kartellamt gefährdet die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fußballs, nicht nur bei den Klubs, sondern auch bei unseren Nationalmannschaften», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der «Süddeutschen Zeitung» (Online-Ausgabe).

Die Firma Sirius hat der Liga für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2014/2015 im Schnitt 500 Millionen Euro garantiert. Der Vertrag basiert auf der Zentralvermarktung. Sie wird seit zehn Monaten vom Kartellamt geprüft. Die Bonner Behörde will die zentrale Vermarktung der TV-Rechte nur genehmigen, wenn eine «angemessene Beteiligung des Verbrauchers» gewährleistet ist. Dies wäre dann der Fall, wenn der Fußballfan samstags wie bisher in der ARD-Sportschau (Beginn 18.30 Uhr) die Bundesliga-Zusammenfassung vor 20.00 Uhr im Free TV sehen könnte. Dafür würden neben den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF auch private Sender wie RTL oder Sat.1 in Frage kommen.

Bestandsgarantie für die Sportschau

Für die DFL und ihren Partner Sirius ist diese Position dennoch eine Art Bestandsgarantie für die ARD-Sportschau. Ein Bieter- Wettbewerb konkurrierender TV-Sender und anderer Firmen, der mehr Erlöse als bisher einbringen würde, sei damit fast unmöglich. In dieser Saison erlöst die DFL durch den Verkauf der Bundesliga-Rechte insgesamt rund 440 Millionen Euro. Das meiste Geld zahlen dabei der Pay TV-Sender Premiere (rund 240 Millionen Euro) und die ARD (knapp 100 Millionen Euro).

Sirius hat für die nächste Spielzeit 460 Millionen Euro zugesagt, allerdings unter der Voraussetzung, dass neben dem Modell einer Free TV-Zusammenfassung vor 20.00 Uhr auch ein zweites Modell mit Samstag- Bildern im Free TV erst nach 22.00 Uhr ausgeschrieben wird. Als Ausgleich soll dafür jeden zweiten Sonntag ein Bundesliga-Spiel live im Free TV gezeigt werden. Das Kartellamt lehnt dieses Paket aber ab. Es sei zur angemessenen Beteiligung der Verbraucher an den Vorteilen der Zentralvermarktung nicht geeignet.

Platzt der TV-Deal mit Kirch, muss die DFL möglichst schnell neue Wege gehen. «Wir werden alles tun, um das zu verhindern», sagte Seifert, der aber auch «unter ungünstigen Voraussetzungen weiter kämpfen will». Die DFL-Führung gerät immer mehr unter Zeitnot. Für viele Vereine, besonders in der 2. Liga, ist das TV-Honorar ein wichtiger Bestandteil im Etat. Sie benötigen Planungssicherheit, die derzeit nicht vorhanden ist. (Peter Hübner, dpa)

 
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