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Bayern-Manager beim Schiri-Lehrgang: 

Hoeneß lobt die Unparteiischen

18. Jul 2008 17:44
Kommunikativ: Bayern-Manager Uli Hoeneß
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Da freuen sich die viel gescholtenen Spielleiter: Hoeneß bescheinigt ihrer Zunft Fortschritte in der Zusammenarbeit mit Vereinen und Profis. Auch EM-Schiedsrichter Herbert Fandel sieht beide Seiten «auf dem richtigen Weg».

Deutschlands Schiedsrichter zählen sich weiter zur Weltelite und genießen auch in der Bundesliga einen immer besseren Ruf. Bei einem einstündigen Gespräch im Rahmen des Sommer-Lehrgangs in Kamen-Kaiserau stellte Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß den Unparteiischen am Freitag ein gutes Zeugnis aus.

Das Verhältnis zwischen den Vereinen und den Referees habe sich in der vergangenen Saison erheblich verbessert, erklärte Hoeneß nach dem Treffen. «Vor drei, vier Jahren gab es noch viel mehr Distanz zwischen den Beteiligten. Der Runde Tisch und viele Gespräche haben dazu beigetragen, dass alle erkannt haben, dass wir in einem Boot sitzen», sagte Hoeneß.

Kommunikation statt Karten

In einer lebhaften Diskussion sprach Hoeneß nach eigener Aussage einige Dinge deutlich an und appellierte an die Schiedsrichter, nicht jedes Problem auf dem Spielfeld mit dem Holzhammer lösen zu wollen. «Man muss nicht gleich mit einer Karte winken, sondern kann dem Spieler auch mal en passant etwas sagen. Das ist ein probates Mittel, um das Verhältnis weiter zu entspannen», erklärte der Bayern-Manager.

Ihm liege es «sehr am Herzen, dass wir noch mehr kommunizieren und respektvoll miteinander umgehen». Auch EM-Schiedsrichter Herbert Fandel sieht beide Seiten «auf dem richtigen Weg» und forderte auch künftig einen intensiven Meinungsaustausch. «Man muss in manchen Dingen auch mal Tacheles reden, aber immer mit offenem Visier», sagte Fandel.

Kommentierte DVD

Ein wichtiger Schritt in dieser Hinsicht ist eine intensive Kommunikation über die Regelauslegung in bestimmten Spielsituationen. Der DFB hat daher eine DVD mit 39 Szenen zusammengestellt und diese, mit einem entsprechenden Kommentar versehen, an die 36 Profi-Vereine versendet. Nach Angaben von Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel hätten 14 Klubs die DVD mit einer eigenen Reaktion bereits zurückgeschickt. «Wir wollen auf einen gemeinsamen Nenner kommen und nicht im luftleeren Raum agieren», formulierte Strigel das Ziel.

Sehr zufrieden mit der Situation der deutschen Schiedsrichter zeigte sich DFB-Vizepräsident Rainer Koch. «Sie haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie international an vorderster Stelle stehen», lobte Koch. Ähnlich positiv schätzte Volker Roth, Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses, die Lage ein. «Wir zählen zur Spitze in der Welt. Wir haben als einziges Land einen Schiedsrichter bei der Europameisterschaft und zwei Unparteiische bei den Olympischen Spielen dabei. Darauf sind wir stolz», sagte Roth.

Um die kommenden Herausforderungen gut meistern zu können, bereiten sich die 20 Bundesliga- und 22 Zweitliga-Schiedsrichter bis zum Sonntag im SportCenter Kamen-Kaiserau intensiv auf die bevorstehende Saison vor. Im Mittelpunkt des Lehrgangs stehen Videoschulungen, Gruppengespräche und am Samstag der obligatorische Leistungstest. (dpa)

 
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