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Abschied als Rekord-Absteiger: 

Bordon schießt Nürnberg in die 2. Liga

17. Mai 2008 18:51
Nürnbergs Jan Koller (l.) mit Schalkes Heiko Westermann
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Als Rekord-Absteiger nimmt der 1. FC Nürnberg Abschied von der Fußball-Bundesliga. Der Kapitän von Schalke 04 besiegelte mit einem Doppelpack den siebten Abstieg des «Clubs».

Aus und vorbei: Der 1. FC Nürnberg nimmt als Rekord-Absteiger Abschied von der Fußball-Bundesliga. Am letzten Spieltag dieser Saison unterlag der letztjährige Pokalsieger am Samstag dem FC Schalke 04 mit 0:2 (0:1) und muss sich nach dem siebten Abstieg in der Vereinsgeschichte und vier Jahren Erstklassigkeit in der nächsten Spielzeit wieder mit Zweitliga- Fußball begnügen. Schalke Kapitän Marcelo Bordon (19./61.) mit seinem ersten Doppelpack in dieser Saison besiegelte das bittere Schicksal der unglücklichen und nur im Auslassen der Chancen erstklassigen Nürnberger. Zu Feiern hatten die Schalker aber nichts: Als Tabellendritter hinter Meister Bayern und Bremen haben sie die direkte Qualifikation für die Champions League verpasst.

«Wir alle sind am Boden zerstört. Die Mannschaft hat alles versucht, aber Glück und Durchschlagskraft haben gefehlt», sagte FCN- Trainer Thomas von Heesen, der seinen auch für die zweite Liga gültigen Vertrag erfüllen will, «aber die Frage ist, wie der Verein das sieht.» Für die wütenden Fans, die vor dem Presseraum lautstark seinen Rauswurf forderten, hatte der 46-Jährige Verständnis, «denn auch ich bin wahnsinnig enttäuscht und muss das bitterböse 0:2 erst Mal verdauen».

Möglichst bald will man sich zusammensetzen und die Zukunft planen. «Wir dürfen jetzt kein Vakuum entstehen lassen und uns nicht selbst zerfleischen», meinte Sportdirektor Martin Bader. Schalkes Interimstrainer Mike Büskens trauerte dem verpassten zweiten Platz nach, «aber die Mannschaft hat in den letzten sechs Spielen sehr gut gearbeitet, leider hat es nicht gereicht».

Mit schweren Beinen zum Abschied von den Fans

Als die letzten 90 Minuten dieser Saison vorbei waren, herrschte bei den «Club»-Fans unter den 47.000 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger WM-Stadion das blanke Entsetzen. Die FCN-Spieler fielen nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Herbert Fandel enttäuscht auf den grünen Rasen, ehe sie mit schweren Beinen auf die Fankurve zugingen. Die Reservisten an der Ersatzbank und Trainer von Heesen starrten mit versteinerten Gesichtern ins Leere. Die erfolgreichen Nürnberger Tage mit Bundesliga-Platz sechs in der vorigen Saison, Pokaltriumph und Uefa-Cup- Zwischenrunde waren zu Ende.

Dank Bordons Doppelpack und der Super-Leistung von Torhüter Manuel Neuer feierten Schalkes Trainer-Duo Mike Büskens/Youri Mulder einen erfolgreichen Abschied. Dem Niederländer Fred Rutten, der am 1. Juli sein Amt als neuer Coach antritt, bleibt aber eine Zusatzschicht nicht erspart. Die Knappen müssen die Qualifikation bestehen, damit es «auf Schalke» auch in der neuen Saison Champions League gibt.

Abgeklärte Schalker

Auf der Anzeigetafel, auf der die Zwischenstände der anderen Spiele nicht eingeblendet wurden, leuchtete nach 45 Minuten ein ernüchterndes 0:1 auf. Der FCN besaß die besseren Chancen, doch die abgeklärten Schalker machten das Tor. Nach Eckball von Christian Pander wuchtete Abwehrchef Bordon den Ball per Kopf unter die Querlatte de Nürnberger Tors. Auf der Gegenseite waren die Franken serienweise am eigenen Unvermögen oder am bärenstarken Neuer gescheitert. Marek Mintal (9./35.) konnte gleich zweimal den Schalker Keeper nicht bezwingen, auch Andreas Wolf (12.) per Kopfball und Zvjezdan Misimovic (45.) fanden in Neuer ihren Meister.

Nach der Pause stemmte sich der «Club» mit letzter Verzweiflung gegen den Abstieg, doch die mangelhafte Chancenverwertung wurde ihm zum Verhängnis. Wolf (52.) vergab die mittlerweile achte Großchance für Nürnberg. Die Schalker machten es besser. Bordon nutzte eine erneute Unsicherheit in der FCN-Abwehr und versetzte dem Team von Trainer von Heesen den endgültigen K.o. (dpa)

 
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